Anwenderbericht

White Spots entfernen

01_Icon_vest_NPA_frei_1209Charakteristisch für kariöse Schmelzläsionen ist ein beachtlicher Mineralverlust unter einer scheinbar intakten Oberfläche.

Die Porosität innerhalb des Läsionskörpers lässt diese Läsionen typischerweise weiss erscheinen, das sind die sog. White Spot Läsionen (WSL) [1]. Kariöse Schmelzläsionen auf glatten Oberflächen sind eine häufige Nebenwirkung von kieferorthopädischen Behandlungen mit festsitzenden Apparaturen. Obwohl adhäsiv befestigte Brackets die kieferorthopädische Behandlung vereinfachen, erschweren sie doch eine sorgfältige Reinigung der umgebenden Zahnoberflächen und führen zu einer Plaque-Akkumulation und fördern die Bildung von kariösen Läsionen in diesen Bereichen. [3,4]. Wenn auch einer Progression dieser Läsionen nach der Entfernung der Klammern durch Präventivmassnahmen wie z. B. der lokalen Fluoridierung entgegengewirkt werden kann, stellt das Fortbestehen der WSL in den sichtbaren Bereichen häufig eine schwere ästhetische Beeinträchtigung dar [4]. Andere Risikofaktoren für die Bildung von Läsionen an glatten Oberflächen sind zum Beispiel eine unzureichende Mundhygiene, verringerter Speichelfluss oder Xerostomie [5]. Die Standardbehandlung bei WSL sind beispielsweise die lokale Fluoridierung und die Verbesserung der Mundhygiene des Patienten, um die Remineralisierung des demineralisierten Zahnschmelzes zu unterstützen [6,7].

Aufgrund des besseren Zugangs zu den WSL auf glatten Oberflächen nach der Entbänderung zeigen diese nicht-operativen Massnahmen gute Ergebnisse im Hinblick auf eine Einschränkung der Läsionsprogression. Dennoch wird insbesondere bei tieferen Läsionen nur eine rein oberflächliche Remineralisierung erreicht. Diese Läsionen haben oftmals eine sehr ausgeprägte und mineralisierte Oberflächenschicht [8,9]. Der Läsionskörper unter dieser Oberflächenschicht bleibt aber porös und somit bleibt das weisse Erscheinungsbild der Läsion bestehen [4,10]. Während der Remineralisierungsphase können Pigmente aus der Nahrung, aus Getränken oder auch aus Tabakprodukten in diese Läsion eindringen, was zu dunklen oder braunen Verfärbungen bei der Läsion führt [9]. Viele Patienten empfinden diese braunen Flecken als ästhetisch noch störender.

Unterschiedliche Methoden zur Behandlung dieser Läsionen werden mit unterschiedlichem Erfolg eingesetzt. Bei der Mikroabrasionstechnik werden oberflächliche Schmelzanteile mit einer wässrigen Mixtur aus 18%iger Salzsäure und Bimsstein entfernt [10-22]. Leider müssen bei diesem Verfahren beachtliche Mengen an Zahnschmelz bis zu einer Tiefe von mehreren hundert Mikrometern geopfert werden, damit befriedigende ästhetische Ergebnisse erzielt werden können [13]. Bei anderen invasiven Rekonstruktionstechniken wie z. B. Keramikveneers oder direkten Rekonstruktionstechniken müssen beachtliche Mengen von nicht-kariösem Zahnschmelz entfernt werden, was für den Patienten sehr zeit- und kostenaufwendig ist.

Die Kariesinfiltrationsmethode ist ein neuer, alternativer Therapieansatz bei der Behandlung von WSL, der auf dem Konzept der „Versiegelung“ der Mikroporosität des Läsionskörpers basiert und somit den Nährboden kariogener Bakterien verringert, so dass Karies nicht weiter fortschreiten kann. Hierzu wird die hypermineralisierte Oberflächenschicht mit einem 15%igen HCl-Gel entfernt [14]. Im nächsten Schritt wird ein speziell entwickelter, sehr fliessfähiger Kunststoff auf die Läsion aufgetragen, um in diese über Kapillarkräfte zu infiltrieren [15]. Da die Kapillaren in einer kariösen Läsion extrem dünn sind, ist eine Penetrationszeit von drei Minuten erforderlich, um eine komplette Infiltrierung der Läsion zu gewährleisten. Die Kariesinfiltration schafft eine Diffusionsbarriere für kariesfördernde Substrate innerhalb der Läsion, im Gegensatz zur herkömmlichen Versiegelungsmethode, bei der lediglich eine Barriere auf der Oberfläche gebildet wird. Das Verfahren verhindert die Bildung von oberflächigen Plaqueretentionsbereichen und die Bildung von Randspalten. Bevor der Infiltrant lichtgehärtet wird, muss überschüssiges Material entfernt werden [16]. Positive Merkmale der Kariesinfiltration sind, dass die Zahnschmelzläsionen ihr weissliches oder bräunliches Erscheinungsbild verlieren und dass der ungünstige ästhetische Effekt neutralisiert bzw. maskiert wird. Wenn die Mikroporositäten gefüllt sind, passt sich das Lichtbrechungsverhalten an das des umgebenden Zahnschmelzes an. Das Lichtbrechungsverhalten wird über den Brechungsindex beschrieben [RI].

Der Brechungsindex bei gesundem Zahnschmelz [RI = 1,62] unterscheidet sich signifikant von dem der Lufteinschlüsse innerhalb der Läsion [RI = 1,00]. Dieser Unterschied resultiert in einer diffusen Lichtstreuung, die sich visuell über die oben genannten weissen Flecken zeigt. Durch die Füllung der Lufteinschlüsse mit dem Infiltrat (RI=1,52) mit einem Brechungsindex, der dem von gesundem Zahnschmelz ähnelt, wird die diffuse Lichtbrechung eliminiert und die weissen Flecken werden entfernt. Braune Flecken können durch Ätzen entfernt werden, wodurch die eingebetteten organischen Elemente entfernt werden. In-vitro und in-vivo Studien haben die Effektivität der Kariesinfiltration als schnelle und effektive Behandlungsmethode bestätigt. Dabei wird das anorganische Gewebe erhalten und die ästhetischen Ergebnisse bei diesen Läsionen sind hervorragend.

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