Schweiz

In Memoriam Chris A. Mumenthaler von Roger Frei

ChrisgrauLUZERN – Viel zu früh verliess unser Freund Chris die Bühne des Lebens – und genau dies war es auch für ihn: Seine Bühne war die Zahnmedizin in vielen, abwechslungsreichen Szenenbildern.

Chris absolvierte in den 70er Jahren eine Lehre als Zahntechniker. Nach einigen Berufsjahren wechselte er zur Firma Breitschmid, wo er von Hans Breitschmid, Uelis Vater, unter die Fittiche genommen wurde. Er chauffierte den Senior zu Kunden und lernte viel von ihm – unter harten Bedingungen: Zu den damaligen Zeiten musste er auch das Zimmer mit dem Senior teilen – ja sogar das Doppelbett – da sie nicht immer abends nach Hause fuhren. Und er musste mit dem Senior schlafen gehen, wenn dieser müde war – und am anderen Morgen wollten sie zeitig neue Kunden besuchen. Toll für einen vor Jugend strotzenden Mann, bereits um 20 Uhr mit dem schnarchenden Chef das Zimmer teilen zu müssen!

Anfangs der 80er Jahre wechselte er dann zur Dentex AG in Zürich in den Aussendienst und besuchte fortan selbständig Zahntechniker. Das war dann auch die Zeit, als ich ihn kennenlerne – ich war dort zu dieser Zeit Vize-Direktor. Die zahntechnische Abteilung der Dentex AG machte damals vielleicht 20% des Umsatzes aus und so übernahm Chris vermehrt die Betreuung von Zahnärzten. Er war etwa gleich alt wie die Studierenden und es war Mode, dass die Depots mit den angehenden Zahnärzten Geräte-Hersteller (Siemens, EMDA, Ritter, Baisch) besuchten – meistens eine ganze Woche. Aus dieser Zeit kennen ihn noch sehr viele etablierte Zahnärzte, und so mancher erinnert sich gerne an seine unterhaltsame Art – er konnte Witze bis jeweils am darauffolgenden Morgen erzählen und es wurde nie langweilig mit ihm. Auch alle Mitarbeiter der Dentex AG haben ihn immer als sehr unterhaltsamen Charmeur in Erinnerung. Meine Tochter Natascha hat es unlängst auf Facebook klar kommuniziert: „Chris hat mit seinem fantastischen Humor und seiner Herzlichkeit meine Kindheit mit geprägt“.

In dieser „Sturm- und Drangzeit“ hatte er auch ein (oder beide) Augen auf die Dame der Bestellannahme geworfen und nach einigen Monaten Techtelmechtel war es dann soweit: Er heiratete Renate Oswald. Im Jahre darauf erblickte Sohn Oliver das Licht der Welt, etwa zwei Jahre darauf folgte Robin.

1993 wechselte er als Berater im Aussendienst und Mitglied der Geschäftsleitung  zur Healthco-Breitschmid. In dieser Konsolidierungsphase gefiel es ihm nicht und er fand 1997 eine neue Herausforderung bei der Michel AG in Bern – wieder als Berater im Aussendienst. Diese Firma wurde dann an die Asklia AG verkauft.  Schliesslich hatte Chris genug, ständig neue Chefs zu haben, gründete im Januar 1999 mit Freunden die Ludent AG und war fortan sein eigener Chef. Die Ludent machte sich vor allem mit Vertretungen einen Namen – vor allem für NewTom. Rasch avancierte er zum anerkannten Fachmann auf dem Gebiet der Radiologie.

Zur Jahrtausendwende startete die Zusammenarbeit der Ludent AG mit der Healthco-Breitschmid AG und beide Firmen freuten sich über eine gelungene Win-Win-Situation über viele Jahre. Nach meiner „Pensionierung“ wurde diese Zusammenarbeit dann gekündigt, was Chris sehr traf. Aber bereits nach einigen Monaten hat er dann in der Kaladent AG einen neuen Partner gefunden.

In den letzten Monaten war er immer noch auf allen Messen und Ausstellungen präsent, hatte aber schon viel Kraft verloren – er war um die spontane Hilfe von Patrick Meier der PUSH Dental sehr dankbar. Er half Chris jeweils beim Aufstellen und Abbau seines Standes. Patrick Meier war dann auch der Vierte im Bunde und zusammen mit Renate und Chris verbrachten wir viele schöne Stunden auf dem Golfplatz – mit plaudern und fachsimpeln über die Branche – gestern und morgen.

Im Februar 2013 haben wir die Hiobsbotschaft über seine Krankheit erhalten und er wusste, dass er seinen 60. Geburtstag nicht mehr erleben würde – aber er hätte ein schönes Leben gehabt, so seine Worte. Ende Dezember/Anfang Januar 2014 verbrachten unsere beiden Familien unsere Ferien auf Fuerteventura – jene Insel, die Chris seit einem Jahrzehnt lieben gelernt hat. Als kundiger Führer zeigte er uns viele Sehenswürdigkeiten dieser kanarischen Insel und wir freuten uns am schönen Wetter und am guten Essen. Als wir an einem Tag den örtlichen Zoo besuchten, fiel mir auf, dass Chris sich an „anderen“ – bis anhin von mir unentdeckten Dingen freute: an Wolken, Farben, Tieren usw. Hier kam eine seiner Fähigkeiten klar zum Ausdruck – die der Farben und der Ästhetik – Basis seines zahntechnischen Berufes.

Diese Ästhetik kam auch in der Kleidung von Chris zum Ausdruck – von handgenähten Schuhen, Anzügen vom Schneider, passende Hemden mit Poschettli und Manschettenknöpfen – dazu dezentes Rasierwasser und Parfum. Kein Wunder, konnten ihn auch die Damen immer sehr gut „riechen“ – ihnen gegenüber war Chris ein Gentleman der alten Schule – und stahl vielen Freunden und Ehemännern die Schau.

Chris besass ein exzellentes Fachwissen über unsere Branche und er war auch sehr belesen – hatte also ein fundiertes Allgemeinwissen. Einer unserer gemeinsamen Freunde betitelte ihn mit dem „besten Fachberater der Dentalbranche“ –  und eben: ein Gentleman vom Scheitel bis zur Sohle.

Er hat sich mit seinem Sterben aktiv auseinandergesetzt und er selbst hat die Todesanzeige mit seinem Sohn Robin gestaltet. Am letzten Abend des März ist er dann im Kreise seiner Lieben friedlich eingeschlafen.

Roger Frei, Pensionierter CEO der Healthco -Breitschmid/Curaden AG

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