Interview

Zirkonoxid: „Ein Muss für den engagierten CEREC-User!“

Seit rund fünf Jahren fertigt Torsten Kubin Zahnersatz mit CEREC-Technologie in der eigenen Praxis und greift dabei auf ein großes Materialspektrum zurück.

Dass er seit Kurzem auch Zirkonoxid chairside verarbeiten kann, eröffnet ihm neue Perspektiven. Im nachfolgenden Interview erläutert er, welche das sind.

Herr Kubin, wie viele Materialien braucht ein CEREC Anwender?

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Torsten Kubin vor seiner CEREC MC XL Schleifeinheit. Der leidenschaftliche CEREC-Anwender legte nach nur drei Jahren Anwendungspraxis seine Trainerzertifizierung in Kapstadt ab.

Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten. Vergleichen wir es mit der Frage: Wie viele Versicherungen braucht ein Mensch? Reichen drei für das Nötigste oder sind doch ein Dutzend besser, die eine Vielfalt von Eventualitäten berücksichtigen? Übertragen auf CEREC gibt es sicher Kollegen, die nur ein Material benutzen, aber auch Kollegen, die das gesamte Materialspektrum zur Abdeckung aller möglichen Indikationen benötigen. Wir haben sämtliche Materialien des Marktes in der Anwendung, was aber sicherlich nicht dem Bedarf des normalen Anwenders entspricht.
Wovon hängt es ab, ob ein Anwender die gesamte Bandbreite ausschöpft oder nur mit wenigen Materialien arbeitet?

 

Für den Einsteiger reicht es sicher, wenn er sich mit einer Handvoll Materialien auskennt. Mit der Erfahrung und dem Fortbildungsstand wächst aber auch das Anwendungsspektrum und man lernt, eine größere Materialvielfalt für spezifische Indikationen einzusetzen.
War es für Sie aufwändig, sich in CEREC einzuarbeiten und schließlich den heutigen Erfahrungsstand zu erreichen?
Gar nicht. Vieles bei CEREC ist selbsterklärend und die Lernkurve ist durch eine ständig optimierte Software unwahrscheinlich steil. Jeder Kollege und jede Kollegin mit einem Mindestmaß an Af

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Der Sintervorgang im CEREC SpeedFire Ofen dauert nur wenige Minuten. Der Patient kann auf seinen Zahnersatz warten.

finität zu Computern und Prothetik ist in der Lage, mit CEREC erfolgreich zu arbeiten. Trotzdem halte ich eine gute Qualifikation für wichtig. Nicht zuletzt, weil dadurch auch die Nutzung der Möglichkeiten von CEREC im gesamten Indikationsbereich gesichert wird. Dies trägt am Ende wesentlich zur Wirtschaftlichkeit des Systems bei. Ich selbst lege großen Wert auf regelmäßige Fortbildungen für mich und mein Team.
Dann delegieren Sie auch CEREC-Arbeitsschritte?
Das ist ein heikles Thema (lacht). Das sollte ich tun – zumindest, wenn es nach meinen Mitarbeiterinnen oder meinem Steuerberater ginge. Das Problem: Ich kann mich einfach nicht dazu durchringen, an das Team zu delegieren. Denn CEREC ist einfach mein Ding – da schlägt die Begeisterung bei mir durch.
Aber was gibt es Schöneres, als mit Freude an der Arbeit Geld zu verdienen? Sind Sie ebenso begeistert von der Möglichkeit, jetzt auch Zirkonoxid chairside verarbeiten zu können?
Ich habe mich natürlich sofort nach der Markteinführung mit CEREC Zirconia

beschäftigt. Mein erster Eindruck: eine super Präzision und tolle Ästhetik für ein Zirkon. Und auch der Workflow ist einfach. Ein Muss für den engagierten CEREC User!
Wie oft verwenden Sie Zirkon chairside und für welche Indikationen? Wie beurteilen Sie die Ergebnisse?
Ich beginne gerade erst damit, Erfahrungen zu sammeln. Meine Erwartungen sind aber sehr hoch. Ich rechne mit einer deutlichen Zunahme der Zirkonarbeiten, da Platzprobleme und Parafunktionen uns immer häufiger vor Probleme stellen. Hier sehe ich das Potenzial des Materials.
Zirkon wurde bisher in der Regel verblendet eingesetzt, jetzt

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Ein CEREC Zirconia mono L-Block vor dem Ausfräsen. Die Blöcke werden vergrößert ausgefräst und abschließend auf ihre endgültige Größe dichtgesintert.

vollanatomisch gefräst. Welche Erwartungen verknüpfen Sie damit?
Chipping ist zwar kein Thema, aber auf die Oberflächenbeschaffenheit unserer Zirkonarbeiten müssen wir ein besonderes Augenmerk legen. Denn diese bestimmt wesentlich die Abrasivität des Materials. Ich sehe hier bei ordnungsgemäßer Verarbeitung kein Problem – das heißt, die Oberfläche muss sorgfältig durch Polieren oder eine Kombination aus Polieren und Glasieren veredelt werden. Die Beschaffenheit der Antagonisten sollte allerdings grundsätzlich bei der Planung berücksichtigt werden. Stand heute gibt es bereits einige aussagekräftige Studien zum Thema.
Welche Perspektiven räumen Sie Zirkonoxid für die chairside Fertigung von Restaurationen ein?
In einer stressvollen Zeit rechnen wir mit einer weiteren Zunahme von Parafunktionen. Der Anspruch nach ästhetischen Versorgungen steigt ebenfalls. Zirkon ist unsere Chance, diese Patientenbedürfnisse zu befriedigen.

 

 

 

 

Kategorien:Interview

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