Mittwoch, Juli 6, 2022
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Zahnärztekongress 2015 – 3D – Drucker, Amalgamersatz und Laser in der Paro sind die Zukunft

DSC_0640_DXO10.10.2015, Vösendorf – Der Zahnärztekongress stand ganz im Zeichen der futuristischen Zahnmedizin, die sich mit neuen Materialien wie hochviskösen Glasionomerzementen als Amalgamersatz beschäftigt, genauso aber wie mit dem Einsatz von 3D-Druckern oder der Laseranwendung in der Praxis.

ein Bericht von Dr. med. dent. Marlene Schmidinger

Es wird gelasert und zwar in der Parodontologie! Dies wurde ausführlich von DDr. Markus Laky (Wien) erläutert. Es gibt allerdings erhebliche Unterschiede zwischen den Lasern und deren Wellenlängen. Festzuhalten ist, dass die Lasertherapie nicht zur Basistherapie zählen sollte, sondern bei sehr tiefen Taschen einzusetzen ist, die durch die Basistherapie nicht wegzubekommen sind. Die Vorteile des Lasers sind der bakterizide Effekt, die Entfernung von Konkrement, die Deaktivierung der Endotoxine, die gewollte Deepithealisierung und die Biostimulation.

Der Amalgamersatz wird definitiv kommen und noch viel besser, er ist zum Teil schon da! Equia heißt das Glasionomerzement, das für kleine, nicht okklusionstragende Klasse I und II Kavitäten verwendet werden kann. Prof. DDr. h.c. Andrej Kielbassa (Krems an der Donau) hat aufgezeigt, dass der Phase-Down von Amalgam begonnen hat. Ab dem Jahr 2020 gibt es für Quecksilber in vielen Bereichen wie in der Industrie ein Phase-Out, Quecksilber wird also verbannt. Für die Zahnmedizin ist dies auch vorgesehen, nur soll es hier ein langsamer, aber sicherer Verzicht auf Amalgam sein, also ein Phase-down. Für große Amalgamkavitäten wird allerdings noch immer an Ersatzmaterialien geforscht.

Eine weitere Erneuerung: Der 3D-Drucker! Priv.-Doz. Dr. Georg D. Strbac (Wien) stellt den Einsatz des 3D-Druckers in der Planungs- und Operationsmethode von Zahntransplantation vor. Es wird durch 3D Rapid Prototyping auf Grundlage eines CTs ein dreidimensionales Modell des Kiefers erstellt und somit kann der zu transplantierende Zahn im 3D Drucker angefertigt werden. Dieses Duplikat des Zahnes kann vor der Einbringung des eigentlichen Transplantates in die Alveole eingebracht und wenn nötig auch angepasst werden. Somit wird das Zahntransplantat erheblich geschont und die Transplantationszeit wird um ein vielfaches verkürzt.

Das neue Modell der patientenautonomen Entscheidungsfindung wurde von Univ.-Prof. Dr. Georg Mailath-Pokorny (Wien) vorgestellt. Im Gegensatz zum alten Ansatz, der Zahnarzt sagt dem Patienten, wie der Behandlungsplan aussehen soll, sieht das neue Modell eine partnerschaftliche Arzt-Patienten-Interaktion vor. Beim sogenannte SDM = Shared Decision Making soll der Patient die Entscheidung der Behandlung nicht nur verstehen, sondern diese auch Nachvollziehen können und ein Mitspracherecht erhalten. Die Entscheidung, ob der Patient den gemeinsam erarbeiteten Behandlungsplan annimmt, soll auch nicht in derselben Sitzung stattfinden.

Den Körper als Räderwerk zu sehen, bei dem jeder Ansatz eine Konsequenz hat, vermittelt Univ.-Prof. Dr. Stefan Kopp (Frankfurt). Kleinste Veränderungen, wie plötzliche Vorkontakte der Schneidezähne durch kieferorthopädische Behandlungen können Kieferkompressionen verursachen und diese führen wiederum auf Dauer zu Schmerzen der Kaumuskulatur, des Kiefergelenks oder zu allgemeinen Kopfschmerzen. Durch die Schienentherapie in Kombination mit osteopathischer Behandlung und orthopädischen Einlagen können chronische Schmerzpatienten mit Muskelverspannungen nach monatiger Einnahme von starken Medikamenten schmerzfrei werden.

Resümee des Kongresses: Die Zahnmedizin wird sich in Zukunft weiterhin rapide durch interessanten Innovationen entwickeln, die dann schon bald in der Praxis Einzug halten werden – wir sind gespannt!

Oliver Rohkamm
Oliver Rohkamm
Immer auf der Suche nach neuen zahnmedizinischen Innovationen. Hat ein Faible für alles, was mit dem digitalen Workflow in der Zahnmedizin zu tun hat. Zusätzlich interessiert er sich für Computer und alles was zwei Räder hat. In der Freizeit ist er vor allem auf dem Motorrad, Rennrad oder Mountainbike zu finden.
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