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Netflix für Zahnärzte: Wie DS Core die Praxis in die Cloud bringt

Die Zahnarztpraxis ohne Softwareinstallation, ohne Update-Stress und ohne Hochleistungsrechner – was wie Zukunftsmusik klingt, ist bei Dentsply Sirona bereits Realität. Im dental JOURNAL Podcast erklärt Wolf-Dieter Perlitz, warum DSCore die Art, wie Zahnärzte arbeiten, grundlegend verändern wird

Wolf-Dieter Perlitz, Senior Director und Head of DS Core bei Dentsply Sirona im Gespräch mit Oliver Rohkamm, Chefredakteur dental JOURNAL auf der DS World in Bonn 2026

Stellen Sie sich vor: Sie öffnen morgens Ihre Praxis, setzen sich an irgendeinen Rechner – ob Windows, Apple oder iPad – und alle Ihre Geräte, Patientendaten und klinischen Workflows sind genau da, wo Sie sie brauchen. Kein IT-Techniker, kein Server im Keller, kein Update-Fenster am ungünstigsten Moment. Was klingt wie ein Versprechen aus der Zukunft, ist das Ziel von DS Core – der cloudbasierten Plattform von Dentsply Sirona.  Auf der Dentsply Sirona World in Bonn haben wir uns mit Wolf-Dieter Perlitz, Senior Director und Head of DSCore, zusammengesetzt und ihn gefragt: Was kann DSCore heute wirklich – und was bedeutet das konkret für den Praxisalltag?

Vom lokalen Server in die Cloud: Ein Paradigmenwechsel

Der Kern der Idee ist so einfach wie revolutionär: Statt Software auf einzelnen Rechnern zu installieren, laufen alle Anwendungen im Browser. Die rechenintensive Arbeit – etwa das Rendering von 3D-Scans – übernimmt die Cloud. Perlitz nennt es selbst scherzhaft „Netflix für Zahnärzte“: So wie wir heute Filme streamen statt DVDs abzuspielen, streamt DS Core die gesamte Dental-Software direkt in den Browser. Das bedeutet in der Praxis: Während einer Behandlung kann eine Mitarbeiterin am Empfang bereits den nächsten Fall vorbereiten. Oder: Der Scan mit der PrimeScan 2 landet automatisch in der Cloud – und kann sofort von jedem Gerät in der Praxis weiterverarbeitet werden. Die PrimeScan 2 ist dabei das erste vollständig cloud-native Gerät von Dentsply Sirona: kein lokaler Rechner notwendig, keine Grafikkarte, keine Installationen.

Connected Dentistry: Zahnarzt, Techniker und Patient vernetzt

DS Core ist mehr als eine technische Plattform – es ist ein Kommunikationswerkzeug. Über die Plattform lassen sich Fälle direkt mit dem Dentallabor teilen, kommentieren und gemeinsam bearbeiten. Schluss mit dem Datenaustausch über WhatsApp oder USB-Stick – und damit auch Schluss mit DSGVO-Graubereichen. Besonders spannend: Auch Patienten können ihre eigenen Daten einsehen. Sie erhalten Zugang zu ihrem digitalen Zwilling – Röntgenbild, Scan und Fotos – und können sich das alles in Ruhe zu Hause im Browser anschauen, mit dem Partner besprechen und dann eine informierte Entscheidung treffen. Laut Perlitz werden heute über die Hälfte aller Behandlungspläne vom Patienten nicht umgesetzt – oft weil das nötige Verständnis fehlt. DSCore soll genau diese Lücke schließen.

Wo steht DS Core heute – und was kommt noch?

Dentsply Sirona befindet sich nach eigenen Angaben auf einer siebenjährigen digitalen Transformationsreise – aktuell im vierten Jahr. Das heißt: Vieles funktioniert bereits produktiv, anderes ist noch im Aufbau. Der erste vollständige End-to-End-Workflow läuft bereits über DS Core: von der Bildgebung über den Scan bis zum Kronendesign mit Cerec OnCore. Brücken, Veneers und Abutments sollen innerhalb der nächsten zwölf Monate folgen. Implantatplanung und Aligner-Workflows stehen ebenfalls auf der Roadmap. Das Preismodell ist abgestuft: Das Light-Paket kostet 19,95 Euro pro Monat, das Standard-Paket 99,95 Euro und das Advanced-Paket 249,95 Euro. Wer die Kosten gegen wegfallende IT-Infrastruktur, Serverwartung und Hardware-Investitionen aufrechnet, wird laut Perlitz schnell feststellen: Die Rechnung geht auf.

Der Schlüssel zur digitalen Praxis: der Intraoralscanner

Eine Botschaft zog sich durch das gesamte Gespräch: Wer noch keinen Intraoralscanner hat, verpasst den Einstieg in die digitale Welt. Perlitz bringt es auf den Punkt: „Wer noch keinen Intraoralscanner hat, trifft die falsche Entscheidung.“ Denn die intraoralen Scans sind der Ausgangspunkt für alle digitalen Workflows – und je früher man startet, desto wertvoller wird die eigene Datenbasis langfristig. Er vergleicht es mit dem Wechsel von der Digitalkamera zum Smartphone mit iCloud: Wer früh einsteigt, hat seine gesamte Historie an Daten direkt verfügbar. Wer wartet, dem fehlt die Basis.


Jetzt reinhören

Sie möchten wissen, wie DS Core in der täglichen Praxis konkret aussieht, welche Workflows bereits heute vollständig in der Cloud laufen und wie der Return on Invest wirklich aussieht?

Das vollständige Interview mit Wolf-Dieter Perlitz finden Sie jetzt auf Spotify. Hören Sie rein – es lohnt sich.

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Das Interview wurde im März auf der Dentsply Sirona World in Bonn geführt.

Oliver Rohkamm
Oliver Rohkamm
Immer auf der Suche nach neuen zahnmedizinischen Innovationen. Hat ein Faible für alles, was mit dem digitalen Workflow in der Zahnmedizin zu tun hat. Zusätzlich interessiert er sich für Computer und alles was zwei Räder hat. In der Freizeit ist er vor allem auf dem Motorrad, Rennrad oder Mountainbike zu finden.
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