Das dental JOURNAL im Gespräch mit Dr. Andreas Penn, Gründer der Zahnklinik Leoben – über seinen Werdegang, die Entwicklung von der klassischen Einzelpraxis zur modernen Klinikstruktur, rechtliche Herausforderungen und seine Vision für die Zukunft der Zahnmedizin.
Herr Dr. Penn, Sie haben keine medizinische Familientradition – was hat Sie dennoch zur Zahnmedizin geführt?
Tatsächlich bin ich da wohl eher ein Unikum. Ich komme aus einer Wirtschafts- und Technikerfamilie – mein Vater war im Kraftwerksbau tätig. Das Feinmotorische hat mich schon immer fasziniert, und durch den familiären Hintergrund hatte ich früh Bezug zur Technik, aber auch zu Softskills wie Mitarbeitendenmanagement. In meiner Jugend wurde mir klar: Zahnarzt, das würde mir gefallen. Ich hatte zum Glück einen sehr guten Zahnarzt, und bereits am ersten Tag an der Uni wusste ich: Das ist meine Berufung.
Nach dem Studium ging es also direkt in die Selbstständigkeit?
Zunächst habe ich mich bei einem Kollegen als Wahlarzt eingemietet und dort auch im Rahmen von Vertretungen mitgearbeitet. Die Patientenverteilung war jedoch problematisch, und ich fühlte mich auf Dauer nicht wohl. Ich wollte mich selbst verwirklichen und mein eigenes Konzept umsetzen. Die Selbstständigkeit war nicht meine erste Wahl – mir ging es in erster Linie darum, Zahnarzt zu sein und patientenorientierte Medizin zu leben. Aus der Situation heraus war sie letztlich die logische Konsequenz. Nach den klassischen Wanderjahren habe ich dann sehr schnell die Entscheidung getroffen, in meiner Heimatgemeinde Leoben eine eigene Praxis zu gründen. Innerhalb von vier Monaten haben meine Familie und ich eine Praxis aufgebaut, die sich bis heute sukzessive weiterentwickelt hat.

Eine gut laufende Einzelpraxis – das ist normalerweise das Ziel vieler Zahnärzt:innen. Wann kam bei Ihnen der Wunsch, daraus mehr zu machen?
Dieser Gedanke kam sehr früh. Während meiner Zeit auf Mallorca, wo angestellte Zahnärzt:innen die Regel sind, habe ich erfahren, dass viele Kolleg:innen diese Form der Berufsausübung ausdrücklich wünschen. Als ich nach Leoben zurückkam, war für mich klar: Ich möchte etwas Größeres aufbauen – nicht, um mir ein Denkmal zu setzen, sondern um die Patient:innen bestmöglich betreuen zu können. Ich habe großen Respekt vor den Kolleg:innen, die Tag für Tag 60, 70 oder sogar 100 Patient:innen behandeln – die alten „Haudegen“, wie ich sie liebevoll und respektvoll mit einem Augenzwinkern nenne. 30 Jahre lang so zu arbeiten, das geht für mich persönlich schlichtweg nicht.
Es geht Ihnen also um eine ganzheitliche Betreuung?
Genau. Ich möchte nicht nur „Löcher stopfen“ – bildlich gesprochen. Mir geht es um eine umfassende Betreuung von A bis Z, um echte Sanierung im Sinne der Patientengesundheit. Das ist ein zeitliches Problem: Ab einer gewissen Patientenzahl leidet entweder die Qualität, oder man betreut weniger Menschen. Ich wollte beides – Qualität und trotzdem niemanden abweisen – und das geht nur mit einem exzellenten Team.
Sie haben sich für eine GmbH entschieden, nicht für eine Gruppenpraxis. Warum dieser Weg?
Mir ging es darum, eine saubere und faire Lösung für alle zu schaffen – vor allem für die mitarbeitenden Ärzt:innen. In der GmbH können wir klare Rahmenbedingungen bieten, mit allen Vorteilen, die in der Privatwirtschaft selbstverständlich sind, vom 13. und 14. Gehalt bis zur Pendlerpauschale. Gleichzeitig entstehen klare Strukturen: Angestellte Ärzt:innen können sich auf ihre medizinische Arbeit konzentrieren, während die unternehmerischen Aufgaben übernommen werden. Das schafft Transparenz – für Patient:innen, für das Team und auch für mich. Das ist nur in einer GmbH umsetzbar. Nicht zuletzt wird die Qualität für Patient:innen durch diese Form auf ein neues Level gehoben, da wir als Krankenanstalt alle Standards einer ebensolchen erfüllen müssen, ähnlich wie im LKH.
Gab es rechtliche Hürden bei der Gründung einer zahnärztlichen GmbH?
Ja, zum Start des Projekts war mir bewusst, dass ich mich in einer Vorreiterrolle bewege und nicht ausschließlich auf Wohlwollen stoßen würde. Es gab anfängliche Vorbehalte seitens der Kammer, und wir mussten rechtliche Fragen intensiv klären. Letztlich erkannte die Kammer, dass das Modell zukunftsfähig ist, vom Bund unterstützt wird und den Patient:innen zugutekommt. Rückblickend hat sich der Aufwand absolut gelohnt.
Sie haben aktuell 13 Mitarbeitende. Wie gewinnen und halten Sie gutes Personal in einer kleineren Stadt wie Leoben?
Das ist tatsächlich eine Herausforderung. Wir bieten überdurchschnittliche Bezahlung, flexible Arbeitszeiten und ein modernes Umfeld – aber was uns wirklich auszeichnet, ist das wertschätzende, familiäre Miteinander. Viele meiner Lehrlinge streben „Lehre mit Matura“ an, worüber ich mich sehr freue. Solche Dinge sind eine Herzensangelegenheit für mich Ich betrachte meine Mitarbeitenden als Partner:innen auf Augenhöhe und unterstütze sie auch in besonderen Lebenslagen. Es ist mir wichtig, dass sie sich jeder wertgeschätzt und gut aufgehoben fühlt.
Welche Fachbereiche decken Sie in der Klinik ab?
Wir haben uns neben der allgemeinen Zahnheilkunde auf zahnärztliche Chirurgie, Prothetik und Kieferorthopädie spezialisiert. Jede:r kann sich auf sein Fachgebiet konzentrieren. Das ermöglicht uns, fast alle Behandlungen unter einem Dach anzubieten. Für die Patient:innen bedeutet das kurze Wege und eine koordinierte Behandlung aus einer Hand mit denselben Qualitätsstandards.

Gibt es Grenzen für das weitere Wachstum?
Wir sind aktuell sehr gut aufgestellt, dennoch würde ein moderater Zuwachs an Personal unseren Alltag deutlich erleichtern. Viele Kolleg:innen nehmen derzeit keine neuen Patient:innen mehr auf, Wartezeiten von mehreren Monaten sind inzwischen normal. Deshalb wächst unser Einzugsgebiet kontinuierlich und reicht vom Semmering bis ins obere Ennstal. Mein Vater sagt immer: „Man wächst, bis man schlechter wird.“ Ich will kein zwölfstöckiges Gebäude bauen – mir geht es um Qualität, nicht um Quantität um jeden Preis.
Wie sehen Sie die Zukunft der zahnärztlichen Versorgung in Österreich?
Die klassische Einzelpraxis wird es weiterhin geben und hat nach wie vor absolut ihre Berechtigung. Gleichzeitig wollen viele junge Zahnärzt:innen heute lieber ihr Fach ausüben, statt die alleinige unternehmerische Verantwortung zu tragen – völlig legitim, nicht zuletzt, weil die Bürokratie in den letzten Jahren merklich zugenommen hat. Ich denke daher, dass wir mehr Klinikstrukturen sehen werden. Unter Gesundheitsminister Rauch hat die Politik hierfür bereits ein Fundament gelegt.
Meiner Wahrnehmung nach ist das gerade für die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung unerlässlich, insbesondere außerhalb der Ballungszentren.
Was würden Sie Kolleg:innen raten, die mit dem Gedanken spielen, eine Klinik zu gründen?
Erstens: Holt euch gute rechtliche und steuerliche Beratung – die Strukturen müssen sauber sein.
Zweitens: Investiert in eure Mitarbeitenden, sie sind das Fundament eures Erfolgs.
Drittens: Bleibt eurem medizinischen Anspruch treu. Es geht nicht darum, möglichst viele Patient:innen durchzuboxen, sondern darum, gute Zahnmedizin zu leisten.
Viertens: Habt Geduld – Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Wir haben Jahre gebraucht, um dorthin zu kommen, wo wir heute stehen.
Und wenn euch das zu aufwendig erscheint: Kommt einfach zu mir ins Team! 😊
Herr Dr. Penn, vielen Dank für das offene und aufschlussreiche Gespräch!
Zahnklinik Leoben – Fakten im Überblick
Standort: Leoben, Steiermark (Altbau im Stadtzentrum)
Gründungsjahr: Nach mehrjährigem schrittweisem Aufbau
Rechtsform: GmbH (zahnärztliche Klinik)
Mitarbeiter: 13 (inkl. Zahnärzte, Fachassistenz und Administration)
Behandlungsräume: 6 vollausgestattete Behandlungseinheiten
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag durchgehend
Arbeitszeitmodell: 4-Tage-Woche für alle Mitarbeiter (rotierend)
Einzugsgebiet: Leoben (20.000 EW) + Ennstal-Region (ca. 50.000 EW)
Fachbereiche: Allgemeine Zahnheilkunde, Implantologie, Parodontologie, Endodontie, Ästhetische Zahnheilkunde
Technologie: Digitales Röntgen, 3D-Diagnostik, CAD/CAM-Systeme
Besonderheiten: Ganzheitliche Behandlung, überdurchschnittliche Bezahlung, umfangreiche Weiterbildung, Mitarbeiter-Benefits
Stellenangebote & Karriere
Die Zahnklinik Leoben sucht regelmäßig qualifizierte Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie Assistenzpersonal. Geboten werden:
• Anstellung statt Selbstständigkeit
• Überdurchschnittliche Bezahlung
• 4-Tage-Woche mit flexiblen Arbeitszeiten
• Umfangreiche Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten
• Modernste technische Ausstattung
• Familiäre Arbeitsatmosphäre in einem motivierten Team
• Unterstützung bei Wohnungssuche und Integration in Leoben
• Konzentration auf fachliche Expertise ohne Verwaltungsaufgaben
Interessierte können sich direkt bei der Klinik bewerben.
www.dr-penn.at




