Die Welt stand Kopf in den letzten Wochen und Monaten. Kein Stein blieb auf dem anderen. Auch wir im Bereich der präventiven Zahnmedizin mussten umdenken. Viele Fragen wurden aufgeworfen und die wenigsten konnten und können momentan zufriedenstellend beantwortet werden.

Aber was genau ist jetzt während und auch nach der Corona Zeit anders? Sind wir schon in der POST-CORONA Zeit angekommen? Gibt es wieder eine Normalität und wie schaut diese neue Normalität in der Zahnarztpraxis und Prophylaxe nun konkret aus? Anfang März konnte noch keiner ahnen was die nächsten Monate auf uns, im prophylaktischen Bereich der Zahnmedizin tätigen Kolleg*innen, zukommt. Es war ein Schock als der Shutdown auch in Österreich umgesetzt wurde und eine große Unsicherheit in Bezug auf unsere weitere Tätigkeit überschwemmte das ganze Land. Viele suchten vergeblich nach Richtlinien und konkreten Anweisungen, wie gerade in der Prophylaxe die notwendigen Schutzmaßnahmen umgesetzt werden sollten. Was für eine Schutzausrüstung wird notwendig sein? Wie gefährlich ist das Aerosol in der Prophylaxe? Wie können wir uns und unsere Patient*innen vor einer Covid-19 Infektion schützen? Diese Unsicherheit schlug hohe Wellen und es war schwierig konkrete und vernünftige Antworten zu finden.

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Rund 180 Teilnehmer*innen hatten sich für dieses erste Webinar angemeldet.

Meine Kollegin Petra Niedermair organisierte bereits im April das erste ZOOM – Meeting zum Thema „Corona und was nun?“ und lud mich, DH Petra Natter, BA als Expertin für Prophylaxe dazu ein. Circa 30 Kolleginnen nahmen die Gelegenheit war, um über ihre Probleme und Sorgen während dieser Zeit zu sprechen. Gemeinsam stark sein und voneinander lernen war das Motto dieser sehr angeregten Diskussion. Viele Fragen wurden gestellt und nicht alle konnten zu diesem Zeitpunkt beantwortet werden. Deshalb organisierten wir ein weiteres Meeting Ende April mit über 180 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf 2 Abende verteilt.

Es wurden konkret die Themen wie Aerosole in der Prophylaxe, Triage vor der Behandlung, Schutz für die Behandler*in und die Patient*innen (Schutzmasken, Schutzschild, Mundspülungen etc.) ausführlich besprochen. Dabei wurden praktische Tipps und viel Infos ausgetauscht. Ein praktisches Beispiel war ein nach Kundenmaße angefertigter Kittel , von der PAss Kollegin Elisabeth Kahofer (elisabeth@lebenswert.cc) in Zusammenarbeit mit ihrer Schneiderin Wilhelmine Grundner (puppe.grundner@aon.at) entworfen und genäht.

Petra Niedermair gab uns aus Sicht der Praxisorganisation konkrete Tipps.

Viele Praxismitarbeiter*innen wurden durch Ängste verunsichert. Fehlende Schutzausrüstungen und ähnliche Herausforderungen, wie Ängste von Patienten, Umsatzeinbrüche und unsichere Perspektiven stellten sich als schwer zu lösende Probleme dar. Alle Termine mussten abgesagt werden. Die notwendige Schutzausrüstung wurde unter erheblichem Aufwand organisiert. Die Ordinationen wurden für einige Stunden für Notfälle geöffnet. Und das waren nur einige Aspekte unter vielen, wie zum Beispiel die finanzielle Herausforderung, Mitarbeiterinnen kündigen oder Kurzarbeit, usw.

Irgendwann wurde dann die Empfehlung ausgesprochen, die Zahnarztpraxen langsam wieder in den Normalbetrieb starten zu lassen. Neben den vielen Herausforderungen waren einige Veränderungen dabei, die sich als vorteilhaft für die Zukunft herausgestellt haben. Ein neu strukturierter Terminkalender reduziert Wartezeiten und Stress. Ein Thema, das Petra Niedermair als Expertin für Praxismanagement seit Jahren erfolgreich umsetzt.

Nach Kundenmaßen angefertigter Kittel. Bild: Elisabeth Kahofer

Die Digitalisierung in der Praxis ist ein weiterer Aspekt, der durch die Corona Krise noch mehr an Bedeutung gewinnt. Abläufe kann man weitgehend papierlos gestalten, wie zum Beispiel Anamnesebögen, Aufklärungsbögen, oder auch der Corona-Fragebogen, der schon vor Besuch vom Patienten online ausgefüllt werden kann. Eine konkrete, kostenlose Lösung dafür bietet die Firma synMedico Infoskop.

Nach dem positiven Feedback auf die Webinare entschlossen wir uns die Themen auszuweiten und bieten nun seit Mai 2020 Webinare zu den verschiedensten Aspekten im Praxismanagement und in der Prophylaxe an (siehe Ankündigung und auf den persönlichen Webseiten von uns). Online Ausbildungen im fachlichen Bereich sind mit weniger Zeitaufwand verbunden und eine aufwendige Anreise entfällt. Das Seminar kann in Form eines Webinars bequem auf der Couch konsumiert werden. Viele Webinar Teilnehmer*innen haben uns dies bereits mit ihrer zahlreichen Teilnahme bestätigt.

Die Frage, was das Beste für uns alle während der Corona Zeit ist, wird nicht so schnell geklärt werden können. Fakt ist jedoch, dass wir uns mit Covid-19 noch länger beschäftigen werden müssen und unsere kritischen Aerosole aus der modernen Prophylaxe auf Dauer nicht wegzudenken sind. Die Zahnarztpraxis und die Abläufe in der Prophylaxe werden seit Jahren von einem maximalen Hygienestandard begleitet. Nun müssen wir uns jedoch nochmal mehr anstrengen, um uns und unsere Patient*innen wirklich zu schützen, da das kritische Aerosol und sein Infektionspotenzial noch nicht genau geklärt werden konnten. Deshalb ist maximaler Schutz der Patientinnen und Patienten und der Behandler*in gefordert. Dies bedeutet mehr Disziplin und auch manchmal mehr Zeit bei den Behandlungen.

Fakt ist auch, dass die orale Prävention seinen wertvollen Beitrag leistet, um den gesamten Organismus widerstandsfähiger gegen Infektionen zu machen. Die gesunde Mundschleimhaut ist eine wichtige Barriere gegen die verschiedensten Erreger und somit auch gegen Corona. Und dies ist ja wohl unser aller Wunsch auch in dieser besonderen Zeit gesund zu bleiben. Deshalb ist die Parodontitis-Prophylaxe auch sehr wohl eine Corona Prophylaxe und viele sehr qualifizierte Fachkräfte in der Prophylaxe leisten ihren wertvollen Beitrag zur Gesundheit unsere Patient*innen. Dies ist jedoch nur mit einer fortlaufenden Aktualisierung des Fachwissens möglich.

www.paroprophylaxe.at

www.zahnarztseminare.at

 

 

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