Freitag, Februar 23, 2024
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Praxisporträt der dental clinic dalla torre in Südtirol

Wie Enzo Dalla Torre es schaffte, eine unscheinbare Zahnarztpraxis in Südtirol innerhalb von 30 Jahren zu einer international renommierten Dentalklinik mit 15 Behandlungseinheiten und 40 Mitarbeitern auszubauen. Dass der Standort in einer Kleinstadt mit rund 7.000 Einwohnern liegt, machte die Sache nicht einfacher, aber umso interessanter.

Es gibt Verantwortung. Gerade als Arzt. Verantwortung gegenüber Patienten. Verantwortung gegenüber Mitarbeitern. Um beidem gerecht zu werden, stand für Enzo Dalla Torre die uneingeschränkte Behandlungsqualität im Vordergrund. Ohne Kompromisse. Früh war ihm klar, dass er etwas Medizinisches, Handwerkliches erlernen wollte. So studierte er zunächst in Innsbruck Humanmedizin und arbeitete sechs Jahre im Krankenhaus. Dann spezialisierte er sich auf Zahnmedizin, die seinem Wunsch noch näher kam. 1992 startete er in Sterzing mit einer Praxis, die nach knapp zehn Jahren aus allen Nähten zu platzen drohte. Bei der Suche nach einem neuen Standort stieß er auf eine aufgelassene Autowerkstatt, die er für seine Bedürfnisse um- und ausbaute. Unterdessen begannen seine beiden Söhne ebenfalls ihre Ausbildung: David startete zunächst eine Ausbildung als Zahntechniker und entschied sich anschließend für das Zahnmedizinstudium in München und arbeitete drei Jahre als Kinderzahnarzt. Sohn Daniel studierte, wie sein Vater, in Innsbruck Human- und Zahnmedizin und ist als Facharzt für Mund, Kiefer- und Gesichtschirurgie sowie Dozent, Autor und Vortragender.

Wachstum und Familie
Da das qualitative Wachstum irgendwann nicht mehr zu schaffen war, verstärkten ab 2014 die beiden Söhne das zahnärztliche Team mit einer besonderen Aufteilung: David kümmert sich exklusiv um Kieferorthopädie und die Kinderzahnheilkunde, Daniel als Kieferchirurg legt seinen Schwerpunkt auf die Chirurgie, Knochenaufbau und Implantologie. Vater Enzo hierzu: „Man muss in der Chirurgie und Implantologie mit dem Knochen umgehen können, vor allem, wenn die Knochenqualität nicht der erwarteten entspricht. Ein Röntgenbild gibt nicht über alle Eigenschaften der Gewebe Auskunft, besonders bei komplexen Situationen ist chirurgische Erfahrung gefragt.“ Dalla Torre Senior selbst widmet sich ausschließlich der Prothetik und der konservierenden Zahnmedizin. Damit gibt es keine Überschneidungen oder Diskussionen wer wofür zuständig ist. Ein weiterer Vorteil ist, dass mit Experten das gesamte Portfolio moderner Zahnmedizin im Sinne der Patienten abgedeckt werden kann und keine Überweisungen außer Haus notwendig sind. Das spart der Klinik und den Patienten Zeit und Geld und es gibt am Ende nur eine einzige Abrechnung.

Heute hat die Klinik 15 Behandlungseinheiten, wovon allein 6 für die Prophylaxe vorgesehen und von Montag bis Freitag ganztägig besetzt sind. 40 Mitarbeiter, 35 davon Frauen, sind mittlerweile notwendig, um die enormen Arbeitsleistungen zu erbringen

Nun fragt man sich, wie eine Klinik in einer Kleinstadt wie Sterzing mit 7.000 Einwohnern ausgelastet werden kann. Enzo Dalla Torre: „Wir haben nie Werbung gemacht. Unser Patientenstock ist stetig aufgrund von Mundpropaganda gewachsen und kommt aus ganz Europa. Vor allem Urlauber, die zunächst in Notfällen zu uns gekommen sind, sind uns aufgrund der positiv erlebten Behandlung treu geblieben. Es gibt sogar treue Patienten aus Sizilien oder Deutschland.“

Technologisch und personell an der Spitze
Schon von Beginn an hatte Dr. Dalla Torre auf die digitale Zahnheilkunden gesetzt. Egal ob Intraoralkamera für die Patientenkommunikation oder digitales Röntgen, er setzt diese Technologien bereits seit 30 Jahren ein, immer dort wo er entsprechende Vorteile Arzt und Patient sieht. Bei Produkten geht die dental clinic Dalla Torre keine Kompromisse ein und setzt auf die Marktführer Dentsply Sirona (Behandlungseinheiten), Straumann (Implantate), Align (Invisalign), EMS (Prophylaxe) und Zirkonzahn (CAD/CAM).
Am Ende ist Dr. Dalla Torre so von der Behandlungsqualität seiner Klinik überzeugt, dass er für alle Arbeiten 10 Jahre Vollgarantie gibt – regelmäßige Prophylaxe vorausgesetzt. Selbst wenn eine Arbeit im 9. Jahr kaputt gehen sollte, wird sie dem Patienten kostenlos ersetzt. Was allerdings nicht oft vorkommt.
Sichtlich stolz ist Dr. Dalla Torre auf seine Mitarbeiter, von denen viele schon seit über 20 Jahren bei ihm in der Klinik und daher eine hohe Verantwortung für ihn darstellen. Bewegt erzählt er, dass er niemanden seiner Mitarbeiter in der Coronazeit in die Kurzarbeit geschickt hat. Obwohl die Klinik geschlossen war, erhielt jeder sein volles Gehalt weiter. Nichts anderes wäre für ihn denkbar gewesen. Das ist gelebte Verantwortung. Natürlich ist es stets eine Doppelrolle als Arzt und Unternehmer, aber er lässt keinen Zweifel daran, dass Verantwortung für Patienten und Mitarbeiter immer Vorrang gegenüber den Zahlen haben. Bei Erzielung eines möglichst hohen Qualitätsniveaus haben die Mitarbeiter das Recht Fehler direkt anzusprechen. „Meine Mitarbeiter würden mir eine minderwertige Füllung oder ungenaue Krone niemals durchgehen lassen“, ergänzt er. Auch solche Kleinigkeiten machen den Erfolg aus. Auf Hobbies angesprochen: „Die Klinik ist mein Leben und mein Hobby.“
Eine langjährige Beziehung besteht seit Austrodentzeiten mit dem damaligen Prokuristen Herbert Saurwein zu Henry Schein Dental Austria. Jede Einrichtung, jeden Neubau und jeden Materialeinkauf setzt er in enger Zusammenarbeit mit Henry Schein um. Mit Roman Reichholf verbindet ihn heute aufgrund der jahrzehntelangen Kooperation eine innige Freundschaft, die natürlich auch mit technischen Problemen brandneuer Produkte umzugehen wusste.

Das Beispiel der dentalclinic Dalle Torre in Sterzing zeigt, dass man mit Fokus auf Behandlungsqualität, gelebtem Verantwortungsbewusstsein gegenüber Patienten, Mitarbeitern und Lieferanten auch wirtschaftlich erfolgreich sein kann. Oder – besser gesagt – vielleicht gerade deswegen.

www.dentalclinic-dallatorre.it

Daniel Izquierdo-Hänni
Daniel Izquierdo-Hänni
Der Schweizer Marketing- und Kommunikationsprofi Daniel Izquierdo-Hänni ist seit Beginn seiner beruflichen Laufbahn auch journalistisch tätig, die Dentalbranche kennt er seit über fünfzehn Jahren bestens. Unter anderem gibt er seit über zehn Jahren Kurse zu den Themen Praxismarketing und Patientenkommunikation in der Zahnmedizin. Als Autor beim Dental Journal kann er seine beiden Kompetenzfelder ideal miteinander verbinden. Privat und beruflich pendelt er zwischen seiner ehemaligen Heimatstadt Basel und seinem Wohnort Valencia/Spanien hin und her.
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