ZÄ Clarissa Jänig

Auf der IDS 2019 in Köln gab Frau ZÄ Clarissa Jänig dem dental journal am Stand von Ultradent Products ein ausführliches Interview zum Thema Zahnaufhellung am Beispiel der Opalescence-Familie.

Was stimmt jetzt, ist Zahnaufhellung gefährlich und wird dabei die Zahnhartsubstanz beeinträchtigt?
ZÄ Jänig: Wir klären unsere Patienten darüber auf, dass entgegen zahlreicher Gerüchte der Schmelz weder abgetragen noch beschädigt wird. Ein ausreichender Wassergehalt (H2O) schützt vor Dehydrierung. Opalescence enthält daher 20 % Wasser, damit die Zähne während der Aufhellung hydriert bleiben. Der hohe Wassergehalt in Verbindung mit der optimalen Konzentration von Kaliumnitrat und Fluorid (PF Formel) vermindert somit eine eventuelle Restempfindlichkeit der Zähne.

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Während der Zahnaufhellung entstehen aus Wasserstoff und Carbamidperoxid reaktive Sauerstoffradikale. Diese dringen in den Zahn ein und spalten die Farbmoleküle auf. Dies führt zu einer Umwandlung der Farbmoleküle und lässt den Zahn weißer erscheinen.

Wie werden Patienten bei Ihnen in der Praxis an eine Zahnaufhellung herangeführt?
ZÄ Jänig: Die meisten Patienten sind aufgrund unseres Marketings insbesondere durch Opalescence Go schon sensibilisiert. Das Modell Opalescence Go mit 6%igen Wasserstoffperoxid mit vorgefertigten Einheitsschienen dient als „Eyecatcher“ und eignet sich als Einstieg, zur Auffrischung oder auch als Komplettbehandlung. Dadurch entstehen keine Kosten durch Stuhlzeit oder bei einem Techniker, weil keine Schienen hergestellt werden müssen. Bei schwierigeren Fällen (z.B. wenn der Zahnbogen zu krumm oder zu groß für die vorgefertigten Schienen von Opalescence Go ist oder wenn stärkere Verfärbungen vorhanden sind), kann man das Bleaching mit Opalescence PF mit 10%igen oder 16%igem Carbamidperoxid und individuellen Schienen empfehlen. Opalescence PF ist mittlerweile unser Gold-Standard, die Erfolge sprechen für sich und der Patient kann es auch flexibel untertags oder über Nacht tragen.

Wie hoch darf die Konzentration an Wasserstoffperoxid sein? Heißt mehr auch ein besseres Ergebnis?
ZÄ Jänig: 6%iges Wasserstoffperoxid ist eigentlich das Maximum, was man bei den kosmetischen Zahnaufhellungen verwenden darf. Eine höhere Konzentration darf nur bei medizinischen Behandlungen eingesetzt werden. Eine längere Wirkdauer von Carbamidperoxid (bis zu 6 Stunden) stellt den größten Unterschied zum Wasserstoffperoxid (bis zu 1 Stunde) dar. Zum Beispiel: Ein Gel mit 10%iger Carbamidperoxid-Konzentration zerfällt zu 3,5% Wasserstoffperoxid, d.h. ca. 1/3 wirkt dann als H2O2, welches für die individuellen Schienen mittels den Produkten Opalescence PF 10% whitening oder Opalescence PF 16% whitening (Geschmack: Mint, Melon und Regular) verwendet wird. Diese individuellen Schienen mit einer Depotkammer für das Bleaching-Gel werden vom Techniker anhand des Ist-Zustandes hergestellt. Das Material für die Tiefziehschienen und zum Ausblocken des Depots werden bei dem Set bereits mitgeliefert.

Ist jeder Patient für Zahnaufhellung geeignet und wie lange dauert z.B. die Behandlung mit 10%igem Carbamidperoxid?
ZÄ Jänig: Patienten mit transluzenten Schneidekanten muss man größere Beachtung schenken. Ein kleiner Trick, den ich in der Praxis verwende, ist, dass ich meine Patienten ihre Zunge direkt an die Schneidekanten drücken lasse. Merke ich, dass die Zähne sehr transluzent sind, kommt eine Zahnaufhellungsbehandlung nicht in Frage.

Was spricht für die In-office Aufhellung und wie haben Sie dieses in Ihrer Praxis etabliert?
ZÄ Jänig: Was In-Office Behandlungen angeht, bieten wir ausschließlich medizinische Zahnaufhellungen an. Es gibt zwei Materialien, die wir in der Praxis applizieren: Das Opalescence Boost mit 40% Wasserstoffperoxid und das Opalescence Quick mit 45% Carbamidperoxid. Mit Opalescence Boost behandeln wir einzelne Zähne, die durch Krankheiten, Verletzungen oder einer medizinischen Behandlung hervorgerufen wurden. Nach Anlegen des flüssigen Kofferdamms wird Opalescence Boost direkt am Behandler-Stuhl aufgetragen und für 20 Minuten genau beobachtet. Individuell kann diese Applikation 2-3x wiederholt werden. Bei einer starken Verfärbung durch bspw. Tetrazyklin eignet sich Opalescence Quick z.B. als Quickstart vor einer längeren Behandlung mit Opalescence PF. Ohne Zeit im Behandlungsstuhl in Anspruch zu nehmen, findet die Behandlung mit Opalescence Quick in der Praxis statt. Das Gel wird in die individuellen Schienen eingesetzt und damit nimmt der Patient 30 Minuten Platz im Wartezimmer. Anschließend folgt die Behandlung mit Opalescence PF Zuhause.

Kann man Hypersensivitäten oder Risiken vermeiden und wie hält das Ergebnis längerfristig an?

Bei der Anfertigung von Schienen zur Zahnaufhellung ist es wichtig, Raum für ein gleichmäßiges Geldepot zu schaffen. Hierzu wird ein sog. Spacer überall dort aufgetragen, wo es sinnvoll erscheint. Kronen oder Implantate können auf diese Weise ausgespart bleiben.

ZÄ Jänig: Bei der Behandlung mit individuellen Tiefziehschienen kann man diese vermeiden, indem man z.B. die Tiefziehschiene am Übergang vom Zahn zum Zahnfleisch immer dicht anliegen hat, um ein Auslaufen des Whitening-Materials zu verhindern. Bei der In-Office Behandlung mit Produkten wie Opalescence Boost ist es wichtig den flüssigen Kofferdamm sehr genau anzulegen, der den Kontakt zwischen bspw. Wange und Zahn verhindert. Das einzige verbleibende Risiko, sind Empfindlichkeiten. Jedoch sind diese immer reversibel und mit Hilfe des UltraEZ, ein Desensitizer-Gel mit Kaliumnitrat und Natriumfluorid, kann entgegengewirkt werden. Wichtig ist es auch, dass nach jeglicher Art von Zahnaufhellung durch eine Dehydratisierung der Zähne viel Wasser zu sich zu nehmen und eine strenge „weiße Diät“ einzuhalten ist. Ich empfehle 24 – 48 Stunden nach Behandlung sind alle Faktoren, die eine Verfärbungen begünstigen (Rauchen, Kaffee, schwarzer Tee, usw.), streng zu vermeiden.

 

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