Das Kultkino Cinematte in Bern war voll besetzt, als am 24. Januar SGI-Vorstandsmitglied Dr. Felix Gamper die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur neusten Ausgabe der Spotlight-Abendveranstaltung willkommen hiess. Mit dem Ziel in die Zukunft zu schauen, hatte die SGI eine interessante Expertenrunde eingeladen. Dr. Thomas Müller, Inhaber einer Privatpraxis in Schaffhausen und Dr. Jean-Philippe Haesler, Präsident der SSO, waren als Vertreter der Zahnärzte anwesend, Seitens der Hochschulen respektive Institutionen nahmen Prof. Dr. Ivo Krejci, Abteilungsleiter für Kariologie und Endodontologie in der Universität Genf sowie Prof. Dr. Rudolf Blankart, Director Promoting Services an der Sitem-Insel AG in Bern an der Diskussionsrunde teil. Daniel Fehr, CFO der Colosseum Dental Group, sowie Daniel Recher, Head Biomaterials Straumann Group und Inhaber der Recher AG rundeten die hochkarätige Expertenrunde ab.

Prof. Dr. Ivo Krejci, Prof. Dr. Rudolf Blankart, Dr. Thomas Müller, Dr. Jean-Philippe Haesler, Daniel Fehr, Daniel Recher, Christina Scheidegger (v.l.n.r.) Foto: Tobias Hägi

Interessante Aussagen und unterschiedliche Sichtweisen

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Die zwei Stunden dauernde Veranstaltung verging auf Grund der interessanten Fragestellungen und der angeregten Kommentare wie im Fluge. Radio SRF-Moderatorin Christina Scheidegger führte durch die Diskussionsrunde und brachte immer wieder neue Themen ein. Bei der Frage um die aktuelle Situation des Dentalmarktes behauptete SSO-Präsident Haesler etwa, dass die Schweizer Zahnärzte von ihren Berufskollegen im Ausland beneidet würden und dass diese aktuell sehr zufrieden sein können. Professor Krejci konterte diese Aussage mit der Meinung, dass es sich bei vielen Zahnarztpraxen um Tante-Emma-Läden handeln würde und dass diese strukturell überholt seien. Dass sich die Zahnärzte in der Schweiz zwingend fit für die Zukunft machen müssten, behauptete auch Daniel Recher. Und Praxisinhaber Dr. Thomas Müller aus Schaffhausen bestätige diese Behauptung mit dem Kommentar, dass jene, die nicht agil sind, untergehen werden. Interessant auch Müllers Aussage, dass die orale Prävention Erfolge zeigt, es somit immer weniger Rekonstruktionsfälle gebe und daher das allgemeine Arbeitsvolumen am Zurückgehen sei.

Die anwesenden Dentalprofis verfolgten die Diskussionsrunde mit grossem Interesse. Foto: Tobias Hägi

Dentalmarkt heute und morgen

Als Vertreter der Colosseum Dental Gruppe hatte deren CFO Daniel Fehr bei der Spotlight-Veranstaltung keine leichte Position, obwohl er versuchte die Unternehmensphilosophie etwa bei Swiss Smile in der Schweiz zu vermitteln. Dass es jedoch genügend Platz für Praxisketten und Individualpraxen gäbe, waren sich alle Diskussionsteilnehmer – mehr oder weniger – einig. Spannend auch der Blick in die Zukunft, welcher von einigen Redner mit dem Publikum geteilt wurden. Daniel Recher wies etwa darauf hin, dass die Telemedizin in Zukunft auch in der Zahnmedizin immer wichtiger werden würde, Prof. Krejci wies auf die Bedeutung der künstlichen Intelligenz und beschrieb ein Zukunftsszenario, bei welchem die künstliche Intelligenz in der (Zahn-) Medizin offiziell validiert sein werde. Zahnarzt Thomas Müller war in seiner Zukunftsvision etwas pragmatischer, denn seiner Meinung werde aus der Zahnmedizin in Zukunft eine etwas umfassendere Oralmedizin.

1 Kommentar

  1. Wolf im Schafspelz

    Danke für die Berichterstattung zum SGIspotlight «Zunkunft der Zahnarztpraxis».
    Wenn Sie zusammenfassend schreiben, dass ich (Podiumsgast) die Transformation von der Zahnmedizin zur «umfassenderen Oralmedizin etwas pragmatisch» betrachte, dann haben Sie vermutlich den Wolf im Schafspelz nicht erkannt:-).
    Die Verwerfungen, die in dieser Transformation liegen, sind alles andere als pragmatisch.
    Siehe auch meinen Feed “Dreamcatcher Zahnmedizin” unter https://www.linkedin.com/pulse/ich-tr%C3%A4ume-als-zahnarzt-davon-thomas-m%C3%BCller/ .

    Die Konvergenz von exponentiellen Technologien wie Sensorik, Materialtechnologien Biotech, Informations- und Kommunikationstechnologien, künstliche Intelligenz und Robotik wird uns in den kommenden Jahren viele und radikal neue Ansätze bieten. Wenn wir sie nicht konsequent erkennen und nutzen, dann werden wir daran untergehen.
    … Und das knüpft dann wieder an Ihren Artikelanfang an.

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