Donnerstag, Dezember 8, 2022
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Der European Payment Report 2022 zeigt spannende Tendenzen auch für die Zahnmedizin auf.

Der jährlich publizierte European Payment Report (EPR) von Intrum, eine Umfrage unter 11’000 Unternehmen in 29 europäischen Ländern, zeigt, dass Unternehmen in der Schweiz wachsen wollen trotz sich verändernder Wirtschafslage. Dabei setzen sie auf die Stärkung von Cashflow und Liquidität und der Verbesserung des Kreditrisikomanagement. In der diesjährigen Studie sind zudem gesellschaftliche Tendenzen als auch unternehmerisches Umdenken erkennbar. Aber die neue Realität wirkt sich auch auf das Zahlungsverhalten aus.

Unternehmen sind hungrig nach Wachstum

Nach mehr als zwei Jahren pandemiebedingter Beeinträchtigungen, steht Europa heute vor einer neuen Ära der Unsicherheit. Der Konflikt in der Ukraine und strikte Restriktionen in China haben den Druck auf die Lieferketten erhöht. Unternehmen in der Schweiz schauen jedoch optimistisch in die Zukunft und sind hungrig nach Wachstum. 7 von 10 Befragte bezeichnen Wachstum als Top-Priorität in ihrem Unternehmen. Jedoch gibt die Hälfte an, dass steigende Inflation und Zinssätze ihre Wachstumsmöglichkeiten stark einschränken.

Inflation und Zinssätze sind eine Herausforderung

In ganz Europa verlangsamt sich das Wachstum, während Störungen in der Lieferkette und steigende Energiekosten die Inflation in die Höhe treiben, wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Wird dieser Trend nicht gebrochen, könnte eine Stagflation bevorstehen, das heisst eine schrumpfende Wirtschaftsleistung bei gleichzeitig hoher Inflation. Aus makroökonomischer Sicht positiv zu vermerken ist, dass sich die Arbeitsmärkte in ganz Europa in diesem Jahr weiter gefestigt haben, obwohl die niedrigen Arbeitslosenquoten zu einem weiteren Aufwärtsdruck auf die Löhne führen könnten. Die Hälfte der Befragten in der Schweiz ist jedoch besorgt, dass sie aufgrund der steigenden Inflation der Forderung nach höheren Löhnen nicht gerecht werden können. 65 Prozent der befragten Unternehmen in der Schweiz befürchten, dass das Risiko von Zahlungsverzögerungen in diesem Jahr zunehmen wird, vor allem wegen der Inflation, der zunehmenden Regulierung und der steigenden Zinssätze. Zwei Drittel geben zu, dass ihnen die Erfahrung im Umgang mit der Inflation fehlt.

Schweizer Unternehmen wollen besonders stark wachsen.

Unternehmen erwarten, dass ihr Cash-Flow sinkt

Liquiditäts-, Cashflow- und Kreditrisikomanagement sind die wichtigsten strategischen Prioritäten, um eine solide Finanzlage zu gewährleisten. 83 Prozent der Unternehmen in der Schweiz geben an, dass die Stärkung der Liquidität und des Cashflows eine strategische Priorität für dieses Jahr ist. Gar 87 Prozent nennen Verbesserung des Schuldenmanagements und des Kreditrisikomanagements als oberste Priorität.

Etwas mehr als die Hälfte der Befragten (53%) geben an, dass sie ihren Umgang mit Zahlungsverzug gerne verbessern würden, dies aber aufgrund mangelnder Fähigkeiten und Ressourcen im Unternehmen als schwierig erachten.

Nachhaltigkeit wird für Unternehmen und Konsumenten immer wichtiger.

Das Bewusstsein, dass Nachhaltigkeit ein zentraler Punkt in der Unternehmensführung wird, scheint sich durchzusetzen. 71 Prozent der befragten Unternehmen in der Schweiz geben an, dass sie im vergangenen Jahr ihre Anstrengungen um ein nachhaltigeres Unternehmen deutlich vorangetrieben haben. 50 Prozent befürchten nämlich, dass sie schnell Kunden verlieren würden, wenn sie ihre Verantwortung für die Umwelt nicht ernst nähmen. Fast die Hälfte der befragten Unternehmen in der Schweiz (49%) ist der Meinung, dass sich die wachsende Diskrepanz zwischen Zahlungsbedingungen und Zahlungsdauer ein echtes Risiko für nachhaltiges Unternehmenswachstum unseres Unternehmens darstellt.

Leichte Abweichungen zwischen der Schweiz und dem europäischen Ausland.

Viele verschuldete Haushalte

69 Prozent der in der EPR-Studie befragten Schweizer Unternehmen geben an, dass schnellere Zahlungen ihrer Kunden helfen würden, die Produkt- und Dienstleistungspalette zu erweitern, und ähnlich viele sagen (68%), dass sie ihre Nachhaltigkeitsperformance verbessern könnten. Gar 8 von 10 Unternehmen sagen, dass sie durch schnellere Zahlungen ihre eigenen Lieferanten schneller bezahlen könnten.

In der Schweiz leben mehr als 40 Prozent der Bevölkerung in einem Haushalt mit mindestens einer Art von Schulden, rund 16 Prozent in einem Haushalt mit mindestens zwei und nahezu 7 Prozent in einem Haushalt mit mindestens drei verschiedenen Schuldenarten. 4 von 10 Menschen leben in einem Haushalt, der mindestens eine Kreditart (Fahrzeug-Leasing, Klein- oder Konsumkredite, Ratenzahlungen, Schulden bei der Familie oder Freunden und Hypotheken ausser auf den Hauptwohnsitz), eine Kontoüberziehung oder eine unbezahlte Kreditkartenrechnung hatte. (Quelle: BFS – Erhebung über die Einkommen und Lebensbedingungen, SILC–2020). Aufgrund der vielen verschuldeten Haushalte wird ein aktives Kreditmanagement für die Unternehmen in der Schweiz auch in Zukunft ein bedeutendes Dauerthema bleiben.

Konzentration auf die Zahnmedizin und Ärgerliches auslagern

Es gibt für Dentalprofis, egal ob Zahnärzte oder Praxismitarbeitende, nichts Ärgerlicheres, als sich mit Rechnungen herumzuschlagen. Erst recht, wenn es darum geht, ausstehende Beträge einzufordern. Nicht selten läuft man Gefahr das so wichtige Vertrauensverhältnis zum Patienten zu untergraben, wenn man selbst den Mahnungen nachgeht. Die Ärztekasse Genossenschaft bietet hierfür ein professionelles Debitorenmanagement sowie eine enge Zusammenarbeit mit der lnkasso Med AG, welche ebenfalls auf das Gesundheitswesen spezialisiert ist.

www.aerztekasse.ch
www.inkassomed.ch

Daniel Izquierdo-Hänni
Daniel Izquierdo-Hänni
Der Schweizer Marketing- und Kommunikationsprofi Daniel Izquierdo-Hänni ist seit Beginn seiner beruflichen Laufbahn auch journalistisch tätig, die Dentalbranche kennt er seit über fünfzehn Jahren bestens. Unter anderem gibt er seit über zehn Jahren Kurse zu den Themen Praxismarketing und Patientenkommunikation in der Zahnmedizin. Als Autor beim Dental Journal kann er seine beiden Kompetenzfelder ideal miteinander verbinden. Privat und beruflich pendelt er zwischen seiner ehemaligen Heimatstadt Basel und seinem Wohnort Valencia/Spanien hin und her.
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