Wer denkt, eine Praxissoftware erledigt nur Patientenverwaltung und Abrechnung, denkt zu kurz. Das dental JOURNAL hat mit Christian Rieder und Peter Derföldi von Softdent über ihre Plattform gesprochen, die vom Check-in des Patienten bis zur KI-gestützten Röntgenauswertung und vollautomatischen Materialbestellung alles aus einer Hand bietet. Vor kurzem wurde auch für Zahntechniklabore eine eigene Lösung präsentiert.
Skalierbar von der Einzelpraxis bis zur Großklinik
Zu Besuch bei Softdent in Fügen im schönen Zillertal. Heute möchte ich mit Gründer Christian Rieder und Co-Geschäftsführer Peter Derföldi über die Hintergründe des Erfolgs sprechen. Ich möchte verstehen, wie sie es zum Marktführer geschafft haben. Ein möglicher Grund wird mir schnell klar. Softdent versteht sich nicht als reine Abrechnungssoftware, sondern als umfassendes modernes Praxismanagementsystem. Es ist keine Standardsoftware, sondern eine modulare Plattform. „Die stärkste Eigenschaft ist unsere innere Anpassbarkeit“, erklärt Christian Rieder. Ob Einzelzahnarzt oder Ambulatorium: Die modulare Architektur erlaubt es, die Software wie einen Maßanzug an die jeweilige Organisation anzupassen – nicht umgekehrt. Von den in Summe knapp 50 Zusatzmodulen werden genau diejenigen zusätzlich zum bereits umfangreichen Basismodul konfiguriert, die für die Organisation einen Mehrwert haben. Damit gleicht keine Softdentinstallation einer anderen. Wir haben uns die interessantesten Module angesehen.

Hybrid statt Cloud-Dogma: Daten bleiben in der Praxis
In der Debatte Cloud vs. lokal positioniert sich Softdent klar als Hybrid-Lösung: Die zentralen Daten – Termine, Abrechnung, Patientenkartei – liegen auf dem Server der Praxis oder einem gehosteten Server, der der Praxis gehört. Moderne Zusatzdienste wie Online-Terminbuchung, Online-Formulare oder digitale Unterschriften laufen über Webserver und ergänzen die Kernanwendung als externes Netzwerk. „Aufgrund der wachsenden Datenmengen durch IO Scans und DVTs ist zur Zeit eine lokale Infrastruktur weiterhin notwendig“, betont Rieder. Technisch setzt Softdent auf den Microsoft SQL Server 2025 – der mit der neuesten Version bis zu 50 Gigabyte kostenlos zur Verfügung stellt statt früher 10Gb und damit für nahezu alle Praxen ausreichend ist. Das bedeutet: Keine Lizenzkosten für den Server für 99,9 Prozent aller Kunden.
Alles aus einer Hand – der entscheidende Unterschied
Im deutschen Markt erledigen oft verschiedene Anbieter, was Softdent aus einem Guss liefert: Praxisverwaltung, Online-Formulare und Check-in kommen dort von separaten Firmen, die über Schnittstellen angedockt werden. Der Nachteil: „Drittprodukte nutzen Standardschnittstellen mit wenigen Datenpunkten“, so Derföldi. Bei Softdent hingegen ist zum Beispiel das Online-Formular direkt im Patientenstand verankert – ein Klick, und die Daten landen in der richtigen Kategorie. Diese tiefe Integration gilt für alle Module: von der Kieferorthopädie über die Chirurgie bis hin zur Sterilgutdokumentation. Ein Barcode-Scan einer Implantatschachtel verknüpft das Produkt lückenlos mit dem Patientenstatus – MDR-konform und ohne manuelle Übertragung oder externe Schnittstelle. Das eliminiert Fehler und spart Zeit.
Self-Check-in und Check-out: Stress raus, Qualität rein
Das Self-Check-in-Terminal ist kein Ersatz für die Rezeptionistin, sondern ein Bypass, wenn es mal hoch her geht: Patienten stecken ihre eCard, das System bucht automatisch ein, zeigt den zugewiesenen Warteplatz oder das Behandlungszimmer und informiert gleichzeitig das Rezeptionsteam. Wer eine Frage hat, erhält auf Knopfdruck eine Benachrichtigung am PC der Anmeldung. „Wir nehmen den Stress raus, nicht die Menschen“, fasst Rieder zusammen. Brandneu ist der Check-out: Patienten machen direkt am Terminal ihren Folgetermin aus – das System schlägt freie Slots entsprechend der vordefinierten Dauer vor – und erhalten sofort per E-Mail oder SMS eine Zeitbestätigung. Lästige Wartezeiten an der Anmeldung entfallen ebenso wie das mühsame Koordinieren am Telefon. Dennoch, wer gerne persönlich betreut werden will, hat immer die Wahl. Wer genau sehen will, wie der Check-in funktioniert, findet im Artikel einen QR Link zu einem kurzen Video, in dem Entwickler Derföldi das Termine live vorführt.
Online-Termin + Anamnese: Startklar ab Tag eins
Wer eine neue Praxis eröffnet, kennt das Problem: Mitarbeiter sind erst ab Eröffnungstag an Bord, aber der Kalender soll von Anfang an gefüllt sein. Nur wie? Softdent löst das elegant: Bereits zwei Monate vor der Praxiseröffnung steht eine Cloud-Umgebung bereit, über die Patienten Termine buchen und Online-Anamnesen ausfüllen können. Wer den Termin über die Website bucht, erhält vorab automatisch den Anamnese-Link zugesandt – und bringt bereits alle Daten in die Praxis mit. „Zu 85 Prozent ist alles fertig, wenn der Patient erscheint“, erklärt Rieder nicht ohne Stolz. Für Bestandspatienten funktioniert dasselbe nahtlos: Ein gescannter oder per SMS als Link gesendeter QR-Code genügt, um Formulare auf dem eigenen Smartphone auszufüllen – ohne App-Installation. Das bedeutet im Extremfall: Selbst eine komplett neue Praxis startet – mit etwas Social Media und ein, zwei Stelleninseraten unter Angabe der Homepage am Eröffnungstag mit einem vollen Terminkalender. Und auch das macht Softdent aus. Durch ihre lange Erfahrung können sie Zahnärzten ausserhalb der Technik eine Menge praktische Tipps geben, die sich am Ende auf den finanziellen Praxiserfolg auswirken. Das wissen die Kunden offenbar zu schätzen.
KI-Röntgenanalyse: Die zweite Meinung auf Knopfdruck
Mit der Integration von Nostik – einem europäisch zertifizierten Medizinprodukt – bietet Softdent eine direkte KI-Unterstützung bei der Röntgenauswertung. Per Knopfdruck werden Einzel- oder Panoramaröntgenbilder direkt aus dem Röntgenprogramm geladen und analysiert: Das System markiert auffällige Stellen, gibt Zahnposition, betroffene Fläche und Intensitätsstufe (D1 bis D5) an und erkennt Restaurationen wie Füllungen, Kronen und Implantate. Mit einem Klick übernimmt Softdent alle erkannten Befunde ins Zahnschema und erstellt daraus den Heil- und Kostenplan. Wichtig: Das System versteht sich ausdrücklich als Unterstützungswerkzeug – die Diagnose trifft nach wie vor der Arzt. Gerade für Kliniken mit jungen Ärzten oder als Verlaufsdokumentation in der Kieferorthopädie ist diese „second opinion“ jedoch von unschätzbarem Wert. Kosten: rund 100 Euro monatlich ohne Mengenbeschränkung.
Sonia & Co.: KI schreibt mit
„Was hat der Patient gesagt, was habe ich besprochen?“ – dieser Dokumentationsaufwand kostet wertvolle Behandlungszeit. Mit der Integration von Sonia, einem KI-System für Gesprächsdokumentation, aktiviert der Arzt per Knopfdruck die Aufnahme. Das System filtert anschließend medizinisch relevante Informationen aus dem Gespräch, benennt Zahnpositionen, geplante Leistungen und Verlaufshinweise – und übergibt den Text direkt in die entsprechenden Felder von Softdent. Der entstandene Text kann sofort für Arztbriefe oder Abrechnungspositionen weiterverwendet werden. Datenschutzkonform, zertifiziert und nahtlos integriert. Über den QR Code im Artikel können Sie sich diese Funktion live anschauen, denn das dental JOURNAL hat Sonia bereits für Sie getestet.
Telefon-KI: 24/7 erreichbar, ohne Personalkosten
Das Telefon klingelt, die Rezeption ist besetzt – und der Anrufer hängt in der Leitung. Über die Partnerschaft mit dem Wiener Anbieter Fonio integriert Softdent eine Telefon-KI, die im Überlaufbetrieb oder außerhalb der Öffnungszeiten Anrufe entgegennimmt, Anliegen aufnimmt und neue Termine direkt in den Online-Kalender einbucht. Das Ergebnis des Gesprächs landet als E-Mail im Praxis-Postfach. „Es ist völlig egal, ob einer oder zehn gleichzeitig anrufen“, erklärt Rieder, “das schafft auch die beste Telefonistin nicht”. Für das Verschieben oder Stornieren bestehender Termine – wo die sichere Identifizierung des Patienten zentral ist – arbeitet Softdent noch an einer robusten Lösung. Bewusst vorsichtig, denn: Datenschutz und Patientensicherheit haben Vorrang vor schnellen Features.
Datenschutzkonformer Datentransfer – so einfach wie nie
Röntgenbild zum Kieferorthopäden schicken, Befund an den Patienten übermitteln, Foto an den Zuweiser weiterleiten: Softdent hat dafür einen integrierten sicheren E-Mail-Client entwickelt. Per Rechtsklick auf ein beliebiges Dokument, Bild oder eine Analyse öffnet sich der E-Mail-Dialog. Der Empfänger erhält eine gesicherte Nachricht, setzt beim ersten Zugriff ein persönliches Passwort – verknüpft mit seiner Handynummer – und hat einen sicheren Zugang zu seinen eigenen Daten. Kein separates Tool, keine zusätzliche App, kein DSGVO-Risiko. Ergänzend dazu ermöglicht ein QR-Code-basiertes Fotomodul, klinische Situationsfotos direkt vom Smartphone in die Patientenkartei hochzuladen – ohne App-Installation, nur mit dem Browser.
Materialverwaltung: Vollautomatisch nachbestellen
Dass ein Softwaresystem vollautomatisch Bestellungen bei Lieferanten auslöst, klingt nach Science Fiction – ist bei Softdent jedoch Realität. Sobald ein Implantat aus dem Lager entnommen und per Barcode-Scan beim Patienten dokumentiert wird, kann das System am Tagesende automatisch eine Nachbestellungs-E-Mail an den Lieferanten senden. Einige Händler unterstützen bereits eine vollständige Datei-Integration, bei der ein einziger Sammel-QR-Code auf dem Lieferschein alle bestellten Produkte ins System einliest. Das Materialverwaltungsmodul kostet einmalig 600 Euro und 6 Euro pro Monat – und rechnet sich durch Zeitersparnis und Fehlervermeidung schnell. Apropos Preisgestaltung: Grundpreis, Anzahl der Arbeitsplätze, Ärzte und gewählte Module ergeben ein transparentes, österreichweit einheitliches Preismodell ohne Rabattschacherei. „Wir wollen in zehn Jahren auch noch existieren und die dabei beste Qualität liefern“, so Rieder – und das lässt sich nur mit nachvollziehbaren, kalkulierbaren Preisen erreichen.
Neu: Softdent für Zahntechniklabore
Die MDR-Verordnung verpflichtet Zahntechniker, für jedes im Körper verbleibende Produkt eine Konformitätserklärung zu dokumentieren und dem Patienten auszuhändigen. In der Praxis fehlt diese Dokumentation noch in vielen Laboren – auch weil bisher kaum geeignete Software existierte. Softdent hat deshalb ein eigenständiges Labormodul entwickelt, das nicht nur die MDR-Compliance sicherstellt, sondern auch Materialabrechnung, Leistungserfassung und Monatsabrechnung integriert. Besonders spannend: Zahnarztpraxen, die Softdent bereits einsetzen, können künftig mit ihren Partnerlaboren digital kommunizieren – bis hin zu einer gemeinsamen Deckungsbeitragsrechnung über beide Systeme. „Wir denken das schon fünf Jahre voraus“, so Rieder. Das Labormodul ist bereits erhältlich und wird aktuell in den Markt eingeführt.

Softdent zeigt, was möglich ist, wenn eine Praxissoftware nicht nur abrechnet, sondern denkt: integrierte KI, Self-Service-Terminals, automatisierte Workflows und Datenschutz by Design – aus einer Hand, mit einem Ansprechpartner, zu transparenten Kosten. Die Frage ist nicht mehr, ob die Zahnarztpraxis digital wird. Die Frage ist, welche Software sie dabei begleitet und Softdent steht aktuell auf der Pole Position.




