Hören wir in der Zahnheilkunde von einer Goldzeit, von einer Metallkeramikzeit, von einer Kunststoffzeit, so hat jeder eine Vorstellung davon, was gemeint ist.

Alles vergangene Zeitalter? Und wo leben wir heute? Wohl in einer Zeit der großen Auswahl – für jeden Patienten ein individuelles Angebot, ohne Kompromisse bei der Funktion und mit vielen Freiheiten in puncto Ästhetik. Nirgendwo sonst lassen sich die Chancen aktueller Dentalwerkstoffe so treffsicher vergleichen und auf ihre Eignung für das eigene Labor bzw. die eigene Praxis beurteilen wie auf der Internationalen Dental-Schau (IDS).

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Viele Verfahren und Werkstoffe für die Restauration von Zähnen sind jünger, als man denkt. Erst seit gut fünfzig Jahren hat man aufbrennfähige zahnfarbene Keramiken mit einem Wärmeausdehnungskoeffizienten im Bereich der Gerüstlegierung zur Verfügung. Die darauf basierenden Schicht-, Press- und Maltechniken bieten eine weitgehend zahnähnliche Ästhetik. Erst seit gut fünfzehn Jahren gibt es attraktive CAD/CAM-Verfahren zur Bearbeitung von Zirkonoxid im zahntechnischen Labor. Inzwischen entstanden aus diesem Werkstoff ästhetisch wie funktional hochklassige Gerüste für Einzelkronen, ein- und mehrspannige Brücken, Stege, für teleskop- oder konusgetragenen Zahnersatz sowie für Abutments- und Pfeilerstrukturen für die dentale Implantologie. So verfügt man heute in vielen Indikationen über eine metallfreie Option zur Zahnrestauration.

Ebenfalls unter Verwendung der CAD/CAM-Technologie entstehen in Praxis und Labor Restaurationen aus Hochleistungsglaskeramik.

Oft bietet sie die Möglichkeit, in puncto Ästhetik noch etwas mehr herauszuholen – mehr Transluzenz, mehr Opaleszenz oder zusätzlich Fluoreszenzeffekte. Es handelt sich namentlich um Lithiumdisilikat und zirkonoxidverstärktes Lithiumsilikat, daneben auch um Hybridkeramiken, etwa mit Polymer infiltrierte Feinstruktur-Feldspatkeramik.
Heute stehen Zirkonoxidrohlinge in unterschiedlichen Farben zur Verfügung und decken das gesamte V-Farbspektrum ab. Blanks mit inneren Farbverläufen erleichtern die Individualisierung und sparen dabei Zeit. Eine patientengerechte Ästhetik lässt sich, je nach dem speziellen Fall, durch eine Verblendung oder durch die Charakterisierung einer monolithischen Restauration mit Malfarbe und Glasur erzielen. Das ästhetische Spektrum von Kompositen hat sich in den letzten Jahren nochmals erweitert. In der klassischen Füllungstherapie haben dazu unter anderem Mehrfachschichttechniken für eine differenzierte Individualisierung beigetragen. Es gibt hier sowohl Optionen für die direkte als auch für die indirekte Verarbeitung.

Einführung des 3D-Drucks
Im Zuge der Einführung des 3D-Drucks in die Zahnheilkunde kommen jetzt weitere Werkstoffe aus dem Kunststoffbereich hinzu, namentlich PEEK (Polyetheretherketon). Dieses und andere thermoplastische Polymere bringen ästhetische wie funktionale Vorzügen für die restaurative Zahnheilkunde mit. Ihr Elastizitätsmodul ähnelt dem des menschlichen Knochens. PEEK ist ermüdungsstabil bei großer Duktilität. Aufgrund der hohen Schmelztemperatur sind PEEKRestaurationen sterilisierbar und können via CAD/CAM gefräst, aber auch im Spritzguss- oder Pressverfahren hergestellt werden.

„Auf der IDS erwarten uns neue Fräs- und Pressrohlinge – mehr Farben, differenzierte innere Farbverläufe, eine noch größere Vielfalt an Werkstoffen”, sagt Dr. Markus Heibach, VDDI-Geschäftsführer. „Um dieses enorme Angebot optimal auszuschöpfen, wird Kommunikation immer wichtiger. Darum empfiehlt es sich gerade für das weite Feld von dentalen Werkstoffen und ihren ästhetischen Vorzügen, im zahnärztlichzahntechnischen Team zur IDS zu kommen. Eines ist dann schon sicher: Die Zusammenarbeit wird sich in den Folgemonaten und -jahren intensivieren.“

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