StartImplantologieInterview mit Dr. Tobias Auer: Entscheidend ist, was im Alltag funktioniert

Interview mit Dr. Tobias Auer: Entscheidend ist, was im Alltag funktioniert

Implantatsysteme unterscheiden sich in vielen Details. Doch welche Eigenschaften machen im Praxisalltag tatsächlich den Unterschied? Dr. Tobias Auer, niedergelassener Zahnarzt aus Innsbruck, berichtet, nach welchen Kriterien er Implantatsysteme bewertet, welche Erfahrungen er mit MIS (Dentsply Sirona) gemacht hat und warum einfache, verlässliche Abläufe für ihn eine zentrale Rolle spielen.

Wenn Implantation, Planung und prothetische Versorgung möglichst nahtlos ineinandergreifen, wird aus Technik ein echter Vorteil im Praxisalltag. Dr. Tobias Auer setzt dabei auf digitale Prozesse, klare Abläufe und ein System, das ihm auch bei anspruchsvollen Situationen die nötige Flexibilität lässt. Welche Rolle MIS dabei spielt und warum für ihn gerade die vermeintlich einfachen Details entscheidend sind, erklärt er im Gespräch.

1. Wenn Sie heute ein Implantatsystem beurteilen: Was ist Ihnen bei einem System besonders wichtig?
Für mich ist entscheidend, dass sich vorhersagbare Ergebnisse und einfache klinische Abläufe gut miteinander verbinden lassen. Das System sollte sich dabei möglichst unkompliziert in die bestehenden Strukturen der Praxis integrieren. Ein übersichtliches, knochenspezifisches Bohrprotokoll und eine überschaubare Zahl an Materialien und Komponenten spielen für mich daher eine wichtige Rolle.

2. Sie sprechen die Praxisabläufe an: Wie wichtig ist für Sie ein digitaler Workflow? Geht es dabei um Zeit- oder Qualitätsgewinn?
Für mich geht es ganz klar um beides. Durch das konsequente digitale Arbeiten lassen sich viele Abläufe effizienter gestalten, gleichzeitig gewinnt man an Qualität und Planungssicherheit. Ich bin heute viel einfacher mit dem Zahntechniker oder anderen Partnern vernetzt und habe jederzeit einen Überblick über die einzelnen Arbeitsschritte. Wenn ich einen Scan mit den DVT-Daten zusammenführe, habe ich Zähne, Weichgewebe und die knöcherne Situation vor mir und kann die Behandlung sehr genau planen. Das geht für mich inzwischen weit über die ursprüngliche Idee hinaus, lediglich die konventionelle Abformung zu ersetzen.

3. Und wie fügt sich MIS in diese digitalen Abläufe ein?
Das funktioniert für mich sehr gut, weil ich von der Diagnostik über die Planung bis zur prothetischen Versorgung digital arbeiten kann. Auf DS Core, der digitalen Plattform von Dentsply Sirona, stehen die verschiedenen Daten und Informationen an einem einzigen Ort zur Verfügung. Darüber kann ich mich direkt mit dem Zahntechniker austauschen – bis hin zur Zusammenarbeit in Echtzeit. Mich beeindruckt dabei immer wieder, wie weit sich eine Behandlung bereits im Vorfeld planen lässt. Bei entsprechenden Fällen kann ich die fertige Krone in der Hand halten, bevor das Implantat überhaupt gesetzt ist. Diese Möglichkeiten möchte ich heute nicht mehr missen. Ein Implantatsystem, das mich an irgendeiner Stelle wieder zurück in einen analogen Ablauf zwingt, wäre für mich keine Option mehr.

4. Sie arbeiten seit einigen Jahren mit MIS. Warum fiel Ihre Wahl auf dieses System?
Ich habe im Laufe der Jahre mit verschiedenen Implantatsystemen gearbeitet und dadurch natürlich auch Vergleichsmöglichkeiten. Bei MIS hat mich unter anderem überzeugt, dass ich selbst bei schwierigen Knochenverhältnissen eine gute Primärstabilität erreichen kann. Auch das Connect Abutment war für meine Entscheidung wichtig.

5. Was hat es dem diesem Abutment auf sich?
Das Connect Abutment ist für mich eine besonders interessante Lösung: Ich kann damit auf Abutment-Niveau arbeiten und habe eine stabile Schraubverbindung, ohne bei jedem prothetischen Arbeitsschritt wieder auf Implantatniveau gehen zu müssen. Gerade für die Versorgung und den Umgang mit dem Weichgewebe empfinde ich dies als einen erheblichen Vorteil. Diese Eigenschaften unterstützen meinen klinischen Workflow und erleichtern viele Behandlungsschritte.

6. MIS steht für „Make it simple“. Wo erleben Sie diesen Anspruch in Ihrer täglichen Arbeit ganz konkret?
Für mich zeigt sich „Make it simple“ zum Beispiel bei der Instrumentenkassette. Sie ist sehr übersichtlich, und auch bei der Aufbereitung ist das angenehm. Ich persönlich arbeite lieber mit der vollständigen Kassette, weil sie mir bei unterschiedlichen klinischen Situationen mehr Flexibilität gibt. Wenn sich der Knochen anders darstellt als geplant oder ich bei einem Eingriff doch einen zusätzlichen Bohrer benötige, habe ich alles direkt zur Verfügung. Gleichzeitig finde ich die Idee des XD-Systems sehr gut. Gerade in Praxen, in denen die Aufbereitung organisatorisch aufwendiger ist, kann es ein großer Vorteil sein, eine Box zu öffnen und alles für den Eingriff griffbereit zu haben.

7. Gibt es bestimmte Indikationen oder Patientensituationen, in denen sich das System aus Ihrer Erfahrung besonders bewährt?
Bei Sofortimplantationen habe ich mit MIS besonders gute Erfahrungen gemacht – und wir führen sie inzwischen sehr häufig durch. Für mich kommt es in diesen Situationen vor allem auf eine gute Primärstabilität an, und genau dabei hat sich das System, selbst bei schwierigen Knochensituationen, bewährt.

8. Wenn Sie Ihre Erfahrungen aus den vergangenen Jahren zusammenfassen: Was hat sich für Sie beim Arbeiten mit Implantatsystemen über die Jahre verändert?
Am Ende muss ein Implantatsystem für mich einfach funktionieren und im täglichen Arbeiten überzeugen. Viele Dinge sind über die Jahre einfacher geworden, ohne dass ich deshalb klinisch weniger Möglichkeiten habe – ganz im Gegenteil. Wenn ein System zuverlässige klinische Ergebnisse ermöglicht, sich gut in die Strukturen meiner Praxis einfügt und mir viel Flexibilität gibt, ist für mich viel erreicht.

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