Mittwoch, Oktober 20, 2021
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AG.Live: Die neue Dimension in der Zahnmedizin

Wie kann die zukünftige interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Zahnmedizin aussehen? Amann Girrbach verspricht mit dem Portal AG.Live nicht weniger als „ein neues Level von integriertem Management des gesamten Behandlungsprozesses zwischen Zahntechnikern und Zahnärzten“. Das dental journal hat bei Marketingleiter Patrick Amann nachgefragt.

Amann Girrbach hat mit AG.Live eine Revolution angekündigt und dazu im zweiten Quartal weltweit einen umfangreichen Onlinekongress mit digitaler Expo veranstaltet (show.aglivecon.digital). Das Portal soll die Zusammenarbeit zwischen Zahnarzt und Zahnlabor vereinfachen und auf eine neue Ebene bringen. Marketingleiter Patrick Amann stand dem dental journal für detaillierte Fragen zur Verfügung.

dental journal: Was ist AG.Live?
Patrick Amann: Zentrale Grundlage der interdisziplinären zukunftsorientierten Zusammenarbeit zwischen Praxis und Labor ist die neue digitale Plattform AG.Live, die ein Infrastruktur- und Patientenfallmanagement in einer bisher nicht realisierten Durchgängigkeit und Effizienz bietet und den Informations- und Arbeitsfluss zwischen Praxis und Labor auf eine neue Ebene hebt. Zahnarzt und Zahntechniker müssen zu jedem Zeitpunkt der Behandlung über den Bearbeitungsstatus des Patientenfalls Bescheid wissen, auf Informationen zugreifen können und das möglichst rasch und einfach. AG.Live stellt Labor und Praxis alle notwendigen Informationen auf übersichtliche Art und Weise online zur Verfügung bei gleichzeitiger Erfüllung jeglicher Datenschutzbestimmungen. Das ist nicht trivial, denn immer noch werden persönliche Daten verbotenerweise per Email und WhatsApp verschickt.

AG.LIVE ist ein Portal in dem Zahnärzte und Zahntechniker lückenlos, barrierefrei und umfassend informiert durchgehend an einem Fall interdisziplinär arbeiten können.

Es gibt einzelne Ansätze in diese Richtung am Markt, aber das sind meist isolierte Systeme, die primär für den Zahnarzt gedacht sind. Gerade bei Chairsidesystemen bleiben die Labore außen vor. Amann Girrbach hält die Zahntechniker im Boot. Ordentlicher Zahnersatz kann unserer Meinung nach nur hergestellt werden, wenn Arzt und Zahntechniker zusammenarbeiten. Zusammengefaßt heißt das: Wir sind davon überzeugt, dass hochqualitativer Zahnersatz nicht anders hergestellt werden kann, als im interdisziplinären Team. Die Grundlage dazu ist AG.Live.

AG.Live ist nicht nur ein Datenspeicher, sondern eine sichere Kommunikationsplattform zum permanenten Wissensaustausch, die den gesamten Behandlungsprozess optimiert. Dadurch ergibt sich flüssiger Behandlungsprozess, da der komplette Prozess durch die automatische Dokumentation zu jeder Zeit nachvollziehbar bleibt. Welche Krone wurde verwendet? Wie wurde sie hergestellt? Aus welchem Material und aus welcher Charge? Auf Wunsch geht das bis hin zur automatischen Nachbestellung von Verbrauchsmaterial. Gleichzeitig sind rechtliche Voraussetzungen, Datenschutz, Zertifizierung und Dokumentation quasi inklusive. Aber auch Updates für Software und Hardware. Wir nennen das „360 Grad Servicecenter“. Digitalisierung ist heutzutage in aller Munde, aber bisher gab es keine Lösung, die den Zahnarzt oder das Labor auf das Thema vorbereitet. Man könnte unser System beispielsweise mit der iCloud von Apple vergleichen. Sie merken die Technik, die ständig im Hintergrund arbeitet überhaupt nicht. Sie sind einfach, egal ob am PC, Mac oder Smartphone immer mit ihren Daten verbunden und haben permanent Zugriff auf die notwendigen Informationen – egal, wo Sie auch sind. Damit sind Sie immer hoch fokussiert im Prozess und jede benötigte Information, seien es Röntgenbilder, Scans, Fotos oder Anmerkungen des Zahnarztes, alles ist nur einen Klick entfernt.

Das Ceramill Direct Restoration System (DRS) verbindet Zahntechniker und Behandler zu einem interdisziplinären und zukunftsorientierten Team und ermöglicht einen einfachen Einstieg in die Fertigung von Zahnersatz am selben Tag (Same Day Dentistry).

Klingt sehr logisch und einfach..
…und doch ist das keine Idee, die von heute auf morgen entstanden ist. Wir arbeiten an dieser Lösung seit mehreren Jahren und konnten uns dadurch einen Vorsprung sichern.

Hat das Portal neben dem interdisziplinären Nutzen speziell für die Labore noch weitere Vorteile?
Wenn Sie eine Ceramill Matik kaufen oder bereits besitzen, haben sie bereits heute uneingeschränkten Zugang zum Portal. Ohne Zusatzkosten. Alle Servicefunktionen wie Wartung, Updates und Lagerhaltung sind ebenfalls integriert. Wir wollen, dass unsere Plattform einen möglichst hohen Nutzungsgrad erreicht, daher wird es auch bei der kostenlosen Nutzung bleiben.

Patrick Amann, Marketingleiter bei Amann Girrbach (oben) stellte sich den Fragen des dental journals zur neuen interdisziplinären Zusammenarbeit mittels AG.LIVE

Ist das Portal ausschließlich für Kunden von Amann Girrbach Geräten nutzbar?
Aktuell ja. Aber wir arbeiten daran auch Fremdgeräte mit einzubinden, weil der Markt es fordert. Allerdings ist der komplette Nutzen des Portals nur gegeben, wenn Sie mit Amann Girrbach Geräten arbeiten. Das ist wie bei Apple. Das System wird immer etwas runder funktionieren, wenn die komplette Hard- und Softwareentwicklung aus einer Hand kommen. Nichtsdestotrotz werden wir externe Anbindung zulassen, um mit dem System in die Breite zu kommen. Was Nutzer von Fremdgeräten betrifft: Die Speicherung der Nutzerdaten, die Kommunikationsplattform zwischen Techniker und Behandler inklusive Dokumentation und Archivierung zur Erfüllung sämtlicher rechtlichen Voraussetzungen (MDR, Datenschutz, etc.) all das funktioniert natürlich für alle Nutzer uneingeschränkt und ist damit uneingeschränkt empfehlenswert.

Die meisten Labore arbeiten noch mit analogen Abdrücken, die im Labor digital erfasst und weiterbearbeitet werden. Glaubt man Amann Girrbach, so soll das DRS Connection Kit ab September dafür sorgen, dass die Zahnärzte mittels Intraoralscanner bereits in der Praxis die Daten digital erfassen und in AG.Live einspielen.
Natürlich ist die Technologie des Intraoralscanners noch nicht in dem Reifegrad, wie es bei den CAD/CAM -Geräten aktuell der Fall ist. Aber das ist nur eine Frage der Zeit. Für uns ist wichtig, dass unser Portal bereits heute auf diesen letzten fehlenden Schritt in der durchgängigen Digitalisierung vorbereitet ist. Der Behandler entscheidet individuell, ab wann er bereit ist, diesen Schritt zu gehen. Das angesprochene DRS Connection Kit besteht aus dem Intraoralscanner Ceramill Map DRS, der zugehörigen Scansoftware und eben der Anbindung an AG.Live. Jegliche Auftragsdaten inklusive aller benötigten Informationen können nahtlos und in Echtzeit mit dem Labor geteilt werden. Somit sind weder handgeschriebene Auftragsblätter noch konventionelle Abdrücke erforderlich. Nur die finale Arbeit selbst – bei simplen Arbeiten sogar am selben Tag – muss in die Praxis gebracht werden, um sie dem Patienten einzusetzen. Dies führt zu einem besseren Zahnarzterlebnis für den Patienten und bringt der Praxis im Endeffekt neue Patienten und dem Labor mehr Aufträge.

AG.LIVE: Übersichtliches Benutzerinterface mit schnellem Zugriff auf alle Daten wie Röntgen, Fotos, Scans und Chats.

Was meint Amann Girrbach mit „Same day Dentistry“? Ist damit „Single visit Dentistry“ gemeint, wie es andere Anbieter nennen?
Da gibt es einen großen Unterschied. Mit „Same day“ meinen wir, dass die Restauration noch am selben Tag eingesetzt werden kann. Und zwar in Laborqualität. D.h. die Daten werden am Vormittag zum Dentallabor übermittelt und am Nachmittag wird die Krone in hochwertiger Laborqualität gefertigt eingesetzt. Das heißt, dass der Patient am gleichen Tag nochmals in die Praxis kommen muss. Single Visit Dentistry setzt voraus, dass die Krone chairside quasi ohne zahntechnisches Fachpersonal erstellt wird. Das ist genau das, was wir nicht möchten. Für uns steht immer die Qualität im Vordergrund und die ist nur unter Einbindung eines Labors gegeben.

Gilt das „Same Day“ auch für Zirkonkronen, denn allein das Sintern kostet Zeit?
Wenn das favorisierte Material Zirkonoxid ist, kann das High-Speed Zirconia Kit, bestehend aus dem Schnellsinter-Zirkonoxid Zolid DRS und dem dazugehörigen Sinterofen Ceramill Therm DRS, das Labor unterstützen, auch simple Arbeiten aus Zirkonoxid am selben Tag zu fertigen. Um Patienten noch schneller mit Zahnersatz versorgen zu können, kann das Ceramill DRS Connection Kit in der Praxis mit dem Ceramill DRS Production Kit, bestehend aus der Designsoftware Ceramill Mind DRS und der CNC-Fräsmaschine Ceramill Motion DRS, erweitert werden. Somit können einfache Restaurationen in der Praxis gefertigt und dem Patienten innerhalb einer Sitzung eingesetzt werden.

Bringt die beschleunigte Sinterzeit Nachteile für die Restauration?
Im Gegenteil. Von der werkstoffwissenschaftlichen Seite gibt es im Mikrogefüge keinerlei Spannungen und Mikrorisse in Bezug auf die Lebensdauer der Restauration – vorausgesetzt, es wird das auf den High-Speed Sinterofen abgestimmte Material Zolid DRS verwendet. Eventuelle Vorbehalte können wir durch Studien ausräumen, die in der Zwischenzeit gemacht wurden.

Ab wann können die Kits erworben werden?
Die Kits können ab sofort bestellt werden. Das High Speed Zirkonia Kit wird im dritten Quartal 2021 ausgeliefert, die anderen beiden Kits dann in der ersten Jahreshälfte 2022. Unsere Vertriebsmitarbeiter halten interessierte Leser jederzeit gerne auf dem Laufenden.

Kontakt:
Amann Girrbach AG
Herrschaftswiesen 1
6842 Koblach
Tel.: 05523 62333200
Mail: austria@amanngirrbach.com

Oliver Rohkamm
Immer auf der Suche nach neuen zahnmedizinischen Innovationen. Hat ein Faible für alles, was mit dem digitalen Workflow in der Zahnmedizin zu tun hat. Zusätzlich interessiert er sich für Computer und alles was zwei Räder hat. In der Freizeit ist er vor allem auf dem Motorrad, Rennrad oder Mountainbike zu finden.
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