Normalerweise berichtet das dental journal nicht über Politik und allgemeine gesellschaftliche Themen. Das überlassen wir als Fachzeitschrift gerne den Kollegen. Wir konzentrieren uns auf dentale Themen. Normalerweise. Denn es sind keine normalen Zeiten. Wenn in vielen Dentalunternehmen und Zahnarztpraxen der Umsatz aktuell gegen Null tendiert und sich in Kürze Hunderttausende Arbeitnehmer in Kurzarbeit befinden, ist Feuer am Dach. In so einer Zeit rücken dann besonders die rigiden Maßnahmen der Regierung in den Fokus und führen zu Diskussionsbedarf.
Die einen rufen zum „Kampf“ gegen COVID-19 auf und begrüssen Ausgangssperren und Grenzschließungen, die anderen sehen die bürgerlichen Freiheiten bedroht und sprechen von „Überwachungsstaat“. Der Riss geht mittlerweile durch Nationen, durch Unternehmen und Familien. Nicht wenige fragen nach der Verhältnismäßigkeit der Einschränkungen: Ausgangsbeschränkungen, Ausgangssperren, Überwachungsmaßnahmen durch Bewegungsprofile mobiler Daten, Mundschutzpflicht in Geschäften, Verbot sich mit Freunden zu treffen oder gemeinsam Sport zu betreiben sind nur einige der aktuellen Maßnahmen in Österreich. Dazu kommt, dass durch Schließung fast aller Geschäfte und Praxen, jegliche wirtschaftliche Aktivität per Gesetz zum Erliegen gekommen ist. Für viele Unternehmer bedeutet das früher oder später das wirtschaftliche Ende. Hilfe vom Staat gibt es nur auf dem Papier und das ist geduldig. Unsicherheit macht sich breit. Seit fast vier Jahren gehe ich mit einem guten Freund jede Woche mountainbiken. Bei jedem Wetter. Nun erklärte er, dass er jetzt nicht mehr fahren könne. Aber nicht, weil er die Befürchtung hätte sich beim Radfahren anzustecken, sondern aus Angst vor den empfindlich hohen Strafen. Bleibt die Frage: Rechtfertigt die “Gefährlichkeit” dieser Infektionskrankheit diese extrem einschränkenden staatlichen Maßnahmen?

Tatsache ist, dass das Virus nach Ansicht namhafter Virologen für ca. 95% der Bevölkerung ungefährlich ist, allerdings bei Personen mit Vorerkrankungen zu ernsten Problemen führen kann. Leider ist es zumindest mir nicht möglich genauere Aussagen zu treffen, da die Statistiken mangelhaft sind oder nicht verglichen werden können. So hat z.B. das RKI in Deutschland seit 24.3.20 – als die Kurve begann abzuflachen – die Zählweise in Bezug auf COVID-19 Erkrankte verändert, sodass aktuelle und frühere Zahlen nicht mehr vergleichbar sind. Dazu kommt, dass keine Statistik in Europa zwischen Toten MIT Corona und Toten DURCH Corona unterscheidet, denn dazu wäre eine Obduktion notwendig. Bleibt als Quelle lediglich die Webseite www.euromomo.eu. Hier werden alle Todesfälle in den einzelnen EU Ländern gezählt. Eine signifikante Zunahme läßt sich hier – außer für Italien – noch nicht ablesen. Und selbst da liegt die Kurve bis KW12 noch deutlich unterhalb der der letzten Grippewellen.

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Warum wurden die Risikogruppen nicht aufgefordert, die Aussenkontakte zu minimieren und sich selbst zu isolieren? Dann hätte man sich die enormen Kollateralschäden zu einem grossen Teil erspart und die Wirtschaft am Laufen gehalten, was allen zugute gekommen wäre. Und vergessen wir nicht die anderen Patienten. Die, die jetzt keine oder nur noch unzureichende Versorgung erhalten und damit ebenfalls ein höheres Mortalitätsrisiko haben.

Wenn Sie als Experte im Gesundheitsbereich tiefer in die Materie eintauchen wollen, empfehle ich Ihnen das 14 minütige Video von Prof. Dr. med. Sucharit Bhakdi, Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiolgie. Er leitete 22 Jahre das Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universität Mainz. Das Video wurde mittlerweile über eine Million Mal abgerufen.

Ich kann Ihnen hier keine Antworten geben, sondern nur Fragen aufwerfen. Ich möchte Sie animieren sich selbst aus verschiedenen Quellen zu informieren, Widersprüche aufzuzeigen um sich eine eigene Meinung zu bilden und sie auch zu äußern. Die Konsequenzen aus falschen, voreiligen und überzogenen Maßnahmen tragen wir. Nicht die dafür Verantwortlichen mit ihrem Fixgehalt.

Bleiben Sie wachsam, bleiben Sie kritisch und vor allem – bleiben Sie gesund.

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