Mittwoch, Dezember 8, 2021
StartSchweizDer «European Payment Report 2021» liefert wieder interessante Daten

Der «European Payment Report 2021» liefert wieder interessante Daten

In einer grossangelegten Studie in 29 europäischen Ländern sind die Tendenzen in Sachen Unternehmensfinanzierung und Zahlungsmoral erhoben worden, auch 250 Schweizer Firmen nahmen an dieser Marktstudie teil.

An deren letzten Gemeindeversammlung von Neuheim, mit rund 2’250 Einwohnern die kleinste Gemeinde im Kanton Zug, stand das Thema Zahnmedizin auf der Traktandenliste, werden in diesem Dorf jährlich zahnärztlichen Untersuchung für Kindergärtner und Schüler durchgeführt. In Zukunft soll die Gemeinde nicht mehr automatisch die Behandlungskosten jener Eltern übernehmen, welche für die zahnmedizinische Untersuchung nicht aufkommen können. Viele Einwohner dieser Ortschaft verstehen nicht, weshalb ihre Gemeinde das Risiko eines Zahlungsausfalls anstelle der jeweiligen Zahnarztpraxen tragen sollte.

Nicht nur in diesem idyllischen Flecken der Eidgenossenschaft, sondern in der ganzen Schweiz und überall in Europa verändert sich laufend der Umgang mit Geld oder das Verständnis der Zahlungsmoral, und zwar in allen Bereichen des täglichen Lebens. Genau diesen Themen geht eine Studie nach, bei welcher zwischen Mitte Januar und Mitte April 2021 etwas über 11’000 Firmen in 29 Ländern befragt wurden, darunter auch 250 Unternehmen in der Schweiz. Auch wenn sich der sogenannte «European Payment Report 2021» nicht spezifisch auf die Zahnmedizin bezieht, so gibt es in der Schweizer Auswertung durchaus ein paar Schlussfolgerungen, die für jede Zahnarztpraxis von Interesse sein sollten.

Quelle: European Payment Report 2021

Verhaltener Positivismus in der Schweiz

Trotz eines stetigen Anstiegs der Covid-19-Fälle und einer relativ langsamen Impfaktion hat die Schweiz im April 2021 mit ihrem dreistufigen Wiedereröffnungsplan begonnen, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Erste Anzeichen deuten darauf hin, dass sich die Schweiz von der Pandemie erholt, aber die Schweizer Unternehmen sind immer noch weniger enthusiastisch, was Wachstum und Zukunft angeht, als der europäische Durchschnitt: Nur 39 Prozent gaben an, dass sie zuversichtlich sind, im Vergleich zu 45 Prozent im europäischen Durchschnitt.

Zahlungsfristen als Herausforderung

8 % der befragten Schweizer Unternehmen gaben an, dass verspätete Zahlungen von Kunden problematisch für ihr Unternehmen sind, europaweit lagen diese Befürchtungen bei 79%. Bei drei von zehn Unternehmen verursachen verspätete Zahlungen einen Liquiditätsengpass, für 35 Prozent der Befragten stellen die verspäteten Zahlungen sogar eine Bedrohung für ihr Überleben dar. «Wir haben längere Zahlungsfristen akzeptiert, als uns eigentlich lieb ist, da wir die Beziehung zum Kunden nicht gefährden wollten.» hiess eine der Fragen dieser Studie. Interessant dabei ist, dass in diesem Jahr 49% der Befragten in ganz Europa die Frage bejahten, schweizweit waren es im vergangenen Jahr volle 80 %, die mit dieser Aussage übereinstimmten.

Mitteleuropäische Unternehmen sind zuversichtlicher

Da die Einführung der Impfstoffe in ganz Mitteleuropa immer schneller voranschreitet und die rasche und umfangreiche staatliche Unterstützung die Unternehmenseinnahmen und Cashflows vor den schlimmsten Auswirkungen schützt, scheinen die Unternehmen in der Region Mitteleuropa (Belgien, Deutschland, Frankreich, Irland, die Niederlande, Österreich, Ungarn, Grossbritannien und die Schweiz) die Risikoaussichten für das kommende Jahr zuversichtlicher einzuschätzen als Unternehmen in anderen Teilen Europas.

Führungskräfte in ganz Europa rechnen mit Unsicherheiten für die nächsten Jahre. In ganz Europa sagt etwa die Hälfte derjenigen, die einen Gewinnrückgang zu verzeichnen hatten, dass es mindestens bis 2022 oder 2023 dauern wird, bis sich das Geschäft wieder normalisiert. Auf der anderen Seite sind die europäischen Unternehmen – ungeachtet der durch die Pandemie verursachten Unsicherheit – so enthusiastisch, was Wachstum und Zukunft angeht, wie seit vielen Jahren nicht mehr. Im europäischen Vergleich gehört die Schweiz jedoch zu den zurückhaltenden Ländern: nur 39 Prozent der befragten Unternehmen sind mit dieser positiven Perspektive einverstanden.

Ärgerliches auslagern und sich auf die Zahnmedizin konzentrieren

Es gibt für Dentalprofis, egal ob Zahnärzte oder Praxismitarbeiterinnen, nichts Ärgerliches als sich mit Rechnungen herumzuschlagen, erst recht, wenn es darum geht ausstehende Beträge einzufordern. Nicht selten läuft man Gefahr das so wichtige Vertrauensverhältnis hin zum Patienten zu untergraben, wenn man selbst den Mahnungen nachgeht. Die Ärztekasse Genossenschaft bietet hierfür ein professionelles Debitorenmanagement sowie eine enge Zusammenarbeit mit der Inkassomed AG, welches auf das Gesundheitswesen spezialisiert ist.

www.aerztekasse.ch
www.inkassomed.ch

 

 

Daniel Izquierdo-Hänni
Der Schweizer Marketing- und Kommunikationsprofi Daniel Izquierdo-Hänni ist seit Beginn seiner beruflichen Laufbahn auch journalistisch tätig, die Dentalbranche kennt er seit über fünfzehn Jahren bestens. Unter anderem gibt er seit über zehn Jahren Kurse zu den Themen Praxismarketing und Patientenkommunikation in der Zahnmedizin. Als Autor beim Dental Journal kann er seine beiden Kompetenzfelder ideal miteinander verbinden. Privat und beruflich pendelt er zwischen seiner ehemaligen Heimatstadt Basel und seinem Wohnort Valencia/Spanien hin und her.
RELATED ARTICLES

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here

Most Popular

Recent Comments

Raquel Rais on dental journal schweiz
Dr. Gregor Ley on Humor: “Wanted: Helferin!”
Forster Peter on dental journal schweiz